Weitere Steuersparmodelle aufgrund der Pandemie

Um die Steuerpflichtigen zu entlasten, gab es in 2020 noch verschiedene Steuererleichterungen, die möglicherweise etwas in Vergessenheit geraten sind. Eine davon ist die Wiedereinführung der sog. degressiven Abschreibung.

Normalerweise müssen Wirtschaftsgüter, die länger als ein Jahr im Unternehmen genutzt werden und mehr als 800 € netto kosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Dabei musst du zunächst die Nutzungsdauer ermitteln. Hierzu gibt es amtliche Abschreibungstabellen, die du im Internet findest. Natürlich sind auch individuelle Besonderheiten zur berücksichtigen. Die Anschaffungskosten teils du dann durch diese Nutzungsjahre. Der daraus errechnete Betrag ist jedes Jahr gleich hoch. Deshalb nennt sich diese Abschreibung lineare Abschreibung.

Für Anschaffungen nach dem 31.12.2019 und vor dem 1.1.2022 wurde coronabedingt wieder die degressive Abschreibung ermöglicht. Nach der degressiven Abschreibung darf das 2,5 fache der linearen Abschreibung, max. 25% der Anschaffungskosten im Erstjahr abgeschrieben werden. In den Folgejahren berechnen sich die Höchstwerte vom Restbuchwert des Wirtschaftsgutes.

Für beide Abschreibungsarten gilt: im Jahr der Anschaffung darf nur über die Monate der tatsächlichen Nutzung abgeschrieben werden, wobei der Monat der Anschaffung mitgerechnet wird.

Während bei der linearen Abschreibung die steuerliche Bemessungsgrundlage jedes Jahr in gleicher Höhe gemindert wird, wird bei der degressiven Abschreibung am Anfang mehr abgeschrieben und im weiteren Verlauf der Abschreibung weniger. Sobald die Restnutzungsdauer nur noch 3 Jahre beträgt, wird regelmäßig auf die lineare Abschreibung umgestellt, da diese dann günstiger ist.

Im Hinblick auf die Steuerersparnis bedeutet dies, dass am Anfang der Abschreibung am meisten Steuern gespart wird. Das ist einerseits toll, weil der Steuerpflichtige damit am Anfang mehr Liquidität hat, um die Anschaffung zu finanzieren. Aber!: wenn du im Jahr der Anschaffung des neuen Wirtschaftsgutes gar nicht viel Gewinn hast, dann läuft die Abschreibung natürlich letztlich ins Leere. Wenn du später wieder mehr Gewinn erzielst, fehlt dir das Abschreibungsvolumen, das du in der Coronakrise evt. unnötig verwendet hast.

Kurz zusammengefasst ist es also so: die degressive Abschreibung kann durchaus interessant sein. Du musst dir aber genau überlegen, ob die degressive Abschreibung für dich einen steuerlichen Vorteil bringt oder ob nicht doch die lineare Abschreibung über die gesamte Laufzeit der Abschreibung vorteilhaft ist. Dazu musst du auch deine voraussichtlichen Einkünfte über den Abschreibungszeitraum zumindest grob schätzen.