Was ist neu in 2021?

Welche steuerlichen Änderungen werden für soloselbständige Künstler und Kreative ab 2021 von Bedeutung sein?

Zu jedem Jahreswechsel sehen sich Steuerpflichtige mit neuen gesetzlichen Regelungen konfrontiert. Ab 1.1.2021 sind vor allem die folgenden Punkte für soloselbständige Künstler und Kreative von Bedeutung:

Übungsleiterpauschbetrag

Ab dem 1.1.2021 wird der Übungsleiterpauschbetrag von 2.400 € auf 3.000 € angehoben. Das ist für alle Musiker und Kreativschaffenden wirklich eine erfreuliche Nachricht. Die allermeisten Künstler sind auch nebenberuflich tätig und können den Übungsleiterpauschbetrag in der Steuererklärung geltend machen. Das bedeutet eine echte Steuerersparnis.

Solidaritätszuschlag

Ab 2021 wird für die meisten Steuerpflichtigen kein Solidaritätszuschlag mehr erhoben. Erst ab einem zu versteuernden Einkommen von Alleinstehenden in Höhe von 73.000,00 € wird der Soli partiell wieder fällig. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 73.000 bis 109.000 € steigt der Soli schrittweise auf 5,5% an. Bei verheirateten Paaren und Familien mit Kindern, entfällt der Soli bis zu einem zu versteuernden Einkommen von rund 150.000 €.

Aber Achtung: Bei der abzuführenden  Abzugsteuer auf Honorare ausländischer Künstler ist auch der Solidaritätszuschlag weiter zu erheben, denn der erhöhte Freibetrag wird nur bei der Veranlagung und den Vorauszahlungen zur Einkommensteuer gewährt. Die Abzugsteuer gem. § 50a EStG ist namentlich nicht genannt.

Erhöhung der Pendlerpauschale

Ab 1.1.2021 gilt eine erhöhte Pauschale für Fahrten zwischen der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte. Für die ersten 20 gefahrenen Kilometer bleibt es bei den bisherigen 0,30 € je Kilometer. Ab dem 21. Kilometer kannst du nun aber 0,35 € ansetzen.

Homeofficepauschale

Schon ab dem 1.1.2020 kannst du für jeden Kalendertag, an dem du deine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübst und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betriebsstätte aufsuchst eine Homeofficepauschale von 5 € pro Tag, maximal 600 € pro Jahr ansetzen.

Dies gilt nur, wenn du nicht schon ohnehin ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machst. Interessant ist diese Regelung also vor allem für all diejenigen, die nur eine „häusliche Arbeitsecke“ haben und von dort aus Onlineunterricht geben. Ich würde die Pauschale auch dann ansetzen, wenn du in dieser „Arbeitsecke“ übst. Mal sehen, was das Finanzamt dazu sagt.

Investitionsabsetzbetrag

Anhebung der Gewinngrenzen für den Investitionsabsetzbetrag
Ab dem 1.1.2020 kannst du einen Investitionsabsetzbetrag (IAB, 7g Rücklage) bilden, wenn dein betrieblicher Einnahmenüberschuss in 2020 200.000 € (bisher 100.000 €) nicht übersteigt. Den IAB kannst du dann bis zu 50% (bisher 40%) der geplanten Investitionsgüter bilden.

Rückkehr zu den alten Umsatzsteuersätzen

Ab 1.1.2021 gelten wieder die alten Umsatzsteuersätze von 19% beziehungsweise 7%.