Verluste im Nebenberuf! Keine Liebhaberei!

Bei Musikern verhält es sich sehr oft so, dass sie in ihrem Hauptberuf eine Tätigkeit ausüben z.B. Musiklehrer an einem Gymnasium und im Nebenberuf eine musikalische Karriere als Bandsänger oder Orchesteraushilfe, etc. ausüben. Da kann es leicht passieren, dass im Hauptberuf zwar ein hohes zu versteuerndes Einkommen erzielt wird, im Nebenberuf aber Verluste entstehen, weil viel Equipment gekauft wird oder viel Werbung gemacht wird, um die Karriere anzukurbeln.

Finanzamt sieht hier gerne Liebhaberei!

Das Finanzamt ist kein großer Freund von Verlusten im Nebenberuf. Insbesondere, wenn diese Verluste aus Tätigkeiten stammen, die andere Menschen als Hobby ausüben. Das Finanzamt behauptet dann gerne, dass es sich bei der Nebentätigkeit um reine Liebhaberei handelt. Die Verluste dürfen nicht mit den Gewinnen aus der Haupttätigkeit verrechnet werden, da es an einer Gewinnerzielungsabsicht fehlt.

Meist gehen die Finanzbehörden in diesen Fällen so vor, dass sie zunächst die Verluste steuermindernd ansetzen, den Bescheid aber im Hinblick auf die Einkünfte aus nebenberuflicher Tätigkeit nur vorläufig erlassen (steht auf Seite 1 des Bescheides meist ganz weit oben). Diese Vorgehensweise bringt die Gefahr mit sich, dass die Verluste später noch einmal aus dem Einkommensteuerbescheid rausgeschmissen werden können und damit die Steuer nachträglich sehr viel höher ausfällt. Das ist sehr ärgerlich, weil du die Steuererstattung wahrscheinlich schon wieder in neues Equipment investiert hast und also kein Geld zur Verfügung steht, die Steuernachzahlung zu begleichen.

Was tun?

Im genannten Beispielsfall unterstützt die Nebentätigkeit als Konzertmusiker die Haupttätigkeit als Musiklehrer. Unter Umständen hat sie überhaupt erst dazu geführt, dass der Musiklehrer die Stelle am Gymnasium erhalten hat, weil er über seine Konzerttätigkeit bekannt wurde. Wenn man argumentativ schlüssig darlegen kann, dass die Nebentätigkeit die Haupttätigkeit unterstützt, dann muss das Finanzamt die Verluste aus der Nebentätigkeit jetzt und sofort anerkennen. Dazu gibt es ein sehr altes Urteil, was aber immer noch gilt und sogar in den Einkommensteuerrichtlinien steht: Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 22.7.1993 (VI R 122/92), BStBl. 1994 II S. 510. Leider kennt nicht jeder Finanzbeamte dieses Urteil. Jeder Finanzbeamte muss es aber anwenden, da sogar in den Einkommensteuerrichtlinien darauf verwiesen wird.

Das ist echtes Geld wert. Bitte verweist entsprechend auf dieses Urteil und besteht darauf, dass diese Verluste nicht vorläufig festgesetzt werden.