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Welche Arbeitsmittel kannst du in der Einnahmen-Überschussrechnung als Ausgaben abziehen?

Alle Gegenstände, die erworben werden, um die Erzielung von Einkünften zu ermöglichen und zu sichern, stellen Arbeitsmittel dar und können steuerlich als Betriebsausgabe in Abzug gebracht werden. Zu den Arbeitsmitteln von Musikern gehören natürlich vorrangig die Musikinstrumente. Aber abhängig von der Form der Betätigung kann eine Vielzahl von Aufwendungen unter diesen Begriff gefasst werden.

Beispiele für Arbeitsmittel sind die folgenden:

  • Noten
  • Porto
  • Notenständer
  • Computer und Computerzubehör, Notebook, Tablet-PC
  • Telefon
  • Büromaterial wie Stifte, Papier, Aktenordner, Textmarker, Folien, Klammern
  • Taschen zum Transport von Noten und Musikinstrumenten
  • Aufnahmegeräte und sonstiges technisches Equipment
  • Einrichtungsgegenstände aller Art für einen Probenraum oder ein Tonstudio, sofern diese Gegenstände zur beruflichen Nutzung geeignet sind
  • Einrichtungsgegenstände für ein Arbeitszimmer, wie Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Lampe, Regale, Papierkorb, Taschenrechner, Diktiergerät, Kopierer, Fax usw.
  • Reparatur-, Wartungs- und Reinigungskosten von Arbeitsmitteln
  • Fachbücher, Fachzeitschriften, Software
  • Bildschirmbrille oder „Notenbrille“

Einrichtungsgegenstände für ein Arbeitszimmer kannst du grundsätzlich selbst dann als Betriebsausgabe ansetzen, wenn das Arbeitszimmer selbst gar nicht zum Ansatz kommt, da es einer Abzugsbeschränkung unterliegt. Allerdings gilt dies für bestimmte Objekte wie Bilder, Teppiche etc. nicht, wenn das Arbeitszimmer der Abzugsbeschränkung unterliegt.

Zur Anerkennung von Arbeitsmitteln als Betriebsausgabe musst du die Belege vorlegen. Es heißt also wieder: fleißig sammeln! Ohne die Vorlage von Belegen erkennen manche Finanzämter eine Arbeitsmittelpauschale in Höhe von 110 € an. Das ist aber in der Regel ein sehr geringer Ansatz.

Arbeitsmittel können auch dann als Betriebsausgabe abgezogen werden, wenn sie zuvor privat genutzt wurden oder du sie geschenkt bekommen hast. In diesem Falle kannst du die Gegenstände auf die betriebliche Nutzung umwidmen. Die Gegenstände sind dann mit ihrem Teilwert im Zeitpunkt der Umwidmung in den steuerlichen Unterlagen zu erfassen. Als Teilwert kannst du den Zeitwert der Gegenstände ansetzen. Entweder schätzt du diesen selbst anhand von Unterlagen aus dem Internet oder du lässt ihn durch einen Sachverständigen beurteilen. Dokumentiere den Wertansatz in deinen Steuerunterlagen ebenso wie die Umwidmung.

Wenn du also den Computer, den du beruflich nutzt, geschenkt bekommen hast oder die neue Videokamera, dann schätze, wie viel dieses Geschenk wohl wert ist und setze es mit diesem Betrag als Betriebsausgabe an.

Besonderheiten beim Abzug von mehrjährig nutzbaren Arbeitsmitteln

Die Regelungen über geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) und Sammelposten gelten hier ebenfalls. Das heißt, sofern ein Arbeitsmittel weniger als 800 € (netto) kostet, kann es sofort und vollumfänglich als Betriebsausgabe abgezogen werden.

Alternativ kommt ein Ansatz als Sammelposten in Betracht, sofern die Anschaffungskosten 250 € (netto), aber nicht 1.000 € (netto) übersteigen. Alle Wirtschaftsgüter, die in einem Jahr in dieser Preisklasse gekauft wurden, müssen zusammengefasst werden. Ihre Anschaffungskosten werden dann auf fünf Jahre verteilt. Du setzt also jedes Jahr 1/5 der Aufwendungen als Betriebsausgabe ab. Einen Sammelposten kannst du nur ansetzen, wenn du selbständig tätig bist. Für angestellte Musiker kommt dieser nicht zur Anwendung.

Die Anschaffungskosten von Arbeitsmitteln, die mehr als 800 € (netto) beziehungsweise 1.000 € (netto) gekostet haben, müssen auf die Jahre der Nutzung verteilt werden. Für einen Computer zum Beispiel sind dies regelmäßig drei Jahre. Diese Verteilung der Anschaffungskosten auf die Zeit der Nutzung wird im Steuerfachjargon als Abschreibung bezeichnet. Eine Besonderheit gibt es hier noch: Wenn du zum Beispiel den Computer im August gekauft hast, dann darfst du nur 5/12 der Jahresabschreibung im ersten Jahr vornehmen. Im zweiten und dritten Jahr schreibst du den vollen Jahresbetrag ab und im vierten Jahr kannst du dann noch die restlichen 7/12 Abschreibung vornehmen.

Für die Anschaffungskosten eines Computers hieß dies bis zum 31.12.2020 konkret:

Lagen die Anschaffungskosten des Computers unter 800 € (netto), dann setzt du ihn direkt voll als Betriebsausgabe ab. Du kannst dann keinen Sammelposten für Wirtschaftsgüter bilden, die zwischen 250 € (netto) und 1.000 € (netto) gekostet haben. Wenn du ein GWG ansetzt, kannst du in diesem Jahr keinen Sammelposten mehr bilden.

Lagen die Anschaffungskosten für den Computer über 800 € (netto), aber unter 1.000 € (netto), kannst du die Kosten auf drei Jahre verteilen, obwohl er eigentlich eine Position für den Sammelposten wäre. Sofern du den Computer einzeln ansetzt und auf drei Jahre abschreibst, darfst du für alle anderen Wirtschaftsgüter, die du in diesem Wirtschaftsjahr angeschafft hast und die mehr als 250 € (netto), aber weniger als 1.000 € (netto) gekostet haben, keinen Sammelposten bilden. Du hast dann die Möglichkeit, alle Arbeitsmittel, die unter 800 € (netto) gekostet haben, sofort steuermindernd anzusetzen. Für alle, die mehr gekostet haben, werden die Anschaffungskosten oder der Einlagewert auf die Jahre der Nutzung verteilt.

Lagen die Anschaffungskosten für den Computer über 1.000 € (netto), verteilst du die Kosten auf drei Jahre. Für die anderen Wirtschaftsgüter, die zwischen 250 € (netto) und 1.000 € (netto) gekostet haben, kannst du einen Sammelposten bilden oder du kannst alle, die weniger als 800 € (netto) gekostet haben als GWG sofort absetzen.

Scholzabschreibung für Computerhardware

Für Computerhardware, die in Wirtschaftsjahren angeschafft werden, die nach dem 31.12.2020 enden, kann der Computer vollkommen im Jahr der Anschaffung abgeschrieben werden. Für Computer, die in früheren Jahren angeschafft wurden und noch nicht ganz abgeschrieben sind, kann die noch nicht vorgenommene Abschreibung im Jahre 2021 voll durchgeführt werden. Dies ist aber ein Wahlrecht. Es muss nicht so gemacht werden.

Was ist bei privater Mitbenutzung?

Grundsätzlich können Arbeitsmittel nur dann in vollem Umfang, also mit 100 % der Kosten, als Betriebsausgabe steuermindern wirken, wenn die private Mitbenutzung des Gegenstands so gut wie ausgeschlossen ist. Dies ist in der Regel bei einer privaten Nutzung von unter 10 % anzunehmen.

Bei einigen Wirtschaftsgütern haben der Bundesfinanzhof und auch die Finanzverwaltung eine gemischte Nutzung (privat und beruflich) grundsätzlich zugelassen. Dies ist etwa beim Computer, beim häuslichen Arbeitszimmer, beim Telefon und bei den Reisekosten der Fall. Dies bedeutet, dass du nur den beruflich genutzten Anteil der Kosten als Betriebsausgaben abziehen darfst, aber immerhin. Nutzt du also einen Computer zum Beispiel zu 50 % beruflich und zu 50 % privat, dann kannst du 50 % der Kosten absetzen. Dies gilt auch für eine Videokamera, ein Handy etc. Die Grenze nach unten ist dann erreicht, wenn du einen Gegenstand zu weniger als 10 % beruflich nutzt. Dann kannst du gar keine Kosten mehr absetzen.

Wo eintragen in der Anlage EÜR?

Arbeitsmittel werden in einer Summe in der Zeile 57 der Anlage EÜR eingetragen.