Steuerliche Behandlung von Verwaltungs-, Beratungs- und Werbekosten aller Art

Als Künstler benötigst du allerhand Helfer, die das Geschäft am Laufen halten, auch wenn du die künstlerische Arbeit als solche immer selbst ausführen musst. Als derartige Verwaltungskosten verstehe ich vor allem

  • Provisionen für eine Agentur,
  • Kosten für ein eigenes Management,
  • Kosten für eine Assistenz,
  • Kosten für Werbefachleute, Kommunikationsdesigner,
  • Kosten für berufliche/betriebliche Rechtsberatung und
  • nicht zuletzt: Kosten für die steuerliche Beratung im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit.

Das Vorliegen von Rechnungen ist der Schlüssel zum Abzug

Für diese Kosten werden dir in der Regel Rechnungen vorliegen, die du am besten überweist, um einen ordentlichen Nachweis für die Bezahlung zu haben. Dann ist der Abzug als Betriebsausgabe völlig unproblematisch. Du kannst deine geschäftliche Betätigung so strukturieren, wie du möchtest. Das Finanzamt hat dir keine Vorschriften zu machen, wie du dein Geschäft zu führen hast. Du kannst also einen Assistenten beschäftigen, wenn du deine Noten nicht selbst kopieren möchtest oder deine Reisen nicht selbst organisieren willst. Sofern du nicht gerne Werbung für dich selbst machen willst, sondern lieber eine kompetente, erfahrene Werbeagentur zu diesem Zweck einschaltest, so ist dies zum einen erfolgversprechender, was die Werbung betrifft, und zum anderen auch noch steuerlich abzugsfähig. Die steuerliche Abzugsfähigkeit ist auch dann gegeben, wenn du erst am Anfang deiner Karriere stehst und durch die eventuell hohen Beraterverträge Verluste erzielst.

Problematisch wird die steuerliche Abzugsfähigkeit derartiger Verwaltungshonorare nur dann, wenn du durch zu viele Aufwendungen in der Anfangsphase dauerhaft Verluste erzielst. Dauerhaft heißt, dass diese Phase etwa drei bis fünf Jahre andauert. Dann neigt das Finanzamt dazu, deine künstlerische Tätigkeit als Liebhaberei abzutun. Sollte es so weit kommen, verwehrt das Finanzamt die Abzugsfähigkeit der Verluste und ihre Verrechnung mit anderen Einnahmen.

Zu den klassischen Verwaltungskosten zählen auch:

  • Büromaterial,
  • Telefonkosten,
  • Internetkosten,
  • Websitekosten,
  • Portokosten,
  • Betriebsversicherungen wie beispielsweise Instrumentenversicherungen, Berufshaftpflichtversicherung oder Rechtsschutzversicherung,
  • Geschenke, um Geschäftsfreunde zu hofieren
  • sowie Aufmerksamkeiten, um Geschäftsfreunde im Rahmen von Besprechungen zu bewirten, wie Kaffee, Tee, Mineralwasser, Kekse, Kuchen, Gebäck.

Wichtig ist hier wieder, dass du für all diese Aufwendungen bei Rückfragen durch das Finanzamt eine Rechnung oder einen Beleg vorlegen können musst. Wieder einmal zeigt sich, dass Steuersparen eine Sache ist, mit der man sich das ganze Jahr beschäftigen muss und nicht erst, wenn die Steuererklärung ansteht.

Kosten der Roadshow

Ein großer Punkt können unter dieser Betriebsausgabenrubrik die Kosten der Roadshow sein: Bühnenbild, Bühnenaufbau, Bühnentransport. Hier kannst du einen Dritten beauftragen; dann erhältst du eine Rechnung. Aber auch wenn du als Quartett oder in kleineren Produktionen diese Roadshow oder auch nur den Instrumententransport selbst machst, kannst du die entstandenen Kosten in der Steuererklärung einkommensmindernd angeben. Vergiss nicht die Kleinigkeiten: Stromkabel hier, Autobahngebühr dort. Oft sind es die vielen kleinen Dinge, die am Ende eine große Steuerersparnis bringen, wenn die entsprechenden Belege nur korrekt gesammelt wurden.

Wieviel Steuern kann ich sparen?

Bedenke, dass du ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 55.000 € den Grenzsteuersatz von 42 % bezahlst sowie ggf. Kirchensteuer. Am Ende sparst du in diesen Einkommensbereichen für jeden Euro, den du betrieblich ausgegeben hast und nachweist, praktisch 45 % an Steuer. Dazu kommt die Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen für die Künstlersozialkasse.

Wo eintragen in der Anlage EÜR?

Werbekosten sind in der Zeile 60 der Anlage EÜR einzutragen, Verwaltungskosten in der Form von Agenturprovisionen, eines Assistenten oder eines betrieblichen Beraters sind unter Zeile 27 einzutragen. Der steuerliche Berater ist in Zeile 52 einzutragen. Versicherungen kommen in die Zeile 55. Hinsichtlich der Roadshow gibt es verschiedene Zeilen, die in Betracht kommen. Transportkosten kommen in die Zeile 59. Wenn du aber auch Produktionskosten hast, dann würde ich diese in der Zeile 26 eintragen, sofern Materialkosten überwiegen. Wenn Personalkosten überwiegen, dann würde ich die Roadshow in der Zeile 27 ansetzen.

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