Spenden in der Form von Twitch, Patreon, Crowdfunding und co.

In der Coronazeit wurden insbesondere viele Musiker durch Spenden unterstützt. Zum einen haben beispielsweise Schüler oder Kursteilnehmer angeboten, die Kursgebühren weiter zu bezahlen, auch wenn sie keinen Unterricht erhalten. Andererseits haben Freunde, Bekannte oder so genannte Mäzene Künstler unterstützt, um die schwierige finanzielle Situation von Künstlern etwas abzumildern.

Wie sind diese Spenden zu behandeln?

Einkommensteuerlich sind alle Zuwendungen, die im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen einkommensteuerpflichtig. Das ist gerade bei diesen „Coronaspenden“ etwas schwierig. Solang diese rein aus dem Betrieb verursacht sind besteht Einkommensteuerpflicht. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Kursteilnehmer die Kursgebühr weiter bezahlt, um sich die Möglichkeit zu eröffnen, dass es die Musikschule in Zukunft auch noch gibt. Wenn die Kurse nur geschoben werden oder statt Präsenzunterricht ein Onlineangebot gegeben wird, besteht ohnehin Einkommensteuerpflicht für die Einnahmen.

Crowdfunding

Auch Einnahmen aus Crowdfunding stellen meines Erachtens Betriebseinnahmen dar, wenn die Spenden gewährt werden, um beispielsweise eine CD-Produktion zu finanzieren. Spenden sind generell nur für gemeinnützige Einrichtungen steuerfrei. Für alle anderen nicht.

Schenkungen

Abzugrenzen von Spenden sind Schenkungen im rein privaten Bereich. Wenn beispielsweise Künstlern in der Coronakrise Geldzuwendungen von Familienangehörigen und Freunden gewährt wurden, um sie vor dem Verhungern zu bewahren, dann ist das ein schenkungsteuerliches Thema. Hier ist eine Schenkung unter fremden Dritten bis zu einem Betrag von 20.000 € sowieso nicht einkommensteuerbar, aber auch nicht schenkungsteuerpflichtig.

Umsatzsteuer

Leistungen unterliegen nur dann der Umsatzsteuer, wenn sie im Rahmen eines Leistungsaustausches erzielt werden. Bei der Frage: ist diese Spende umsatzsteuerpflichtig ist also entscheidend, ob du eine Leistung erbracht hast, um diese Spende zu erhalten. Wenn du das verneinen kannst, dann liegt keine Umsatzsteuerpflicht vor.

Am obigen Beispiel mit den Kursgebühren bedeutet das: Wenn die Kursteilnehmer den Betrag spenden, damit du in Zukunft deine Musikschule noch weiter betreiben kannst, dafür über keinerlei Kursleistungen erhalten, dann ist dies Kursgebühr zwar einkommensteuerpflichtige, aber nicht umsatzsteuerbar.

Im anderen Fall, dass der Kurs geschoben wurde oder auf online umgestellt, dann sind diese Kursgebühren einkommensteuerpflichtig und auch umsatzsteuerbar. Sie können nach den für dich normalerweise anzuwendenden Vorschriften umsatzsteuerfrei sein.