Soll-Versteuerung – Ist-Versteuerung

Noch zwei Schlagwörter aus dem Umsatzsteuerrecht, die du gehört haben solltest.

Ist-Versteuerung

Als Freiberufler, der seinen Gewinn auf Basis der Einnahmenüberschussrechnung ermittelt, unterliegst du hinsichtlich der Umsatzsteuer grundsätzlich der Ist-Versteuerung. Die Umsatzsteuer ist erst in dem Moment zu bezahlen, in dem die Einnahme auf deinem Konto eingegangen ist. Das Schöne daran ist, dass du die Vorsteuer aus den Eingangsrechnungen trotzdem schon dann ziehen darfst, wenn du die Leistung erhalten hast und dir eine Rechnung vorliegt.

Soll-Versteuerung

Im Gegensatz dazu musst du als bilanzierungspflichtiger Gewerbetreibender oder wenn du dein Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft führst die sog. Sollversteuerung bei der Umsatzsteuer anwenden. Bei der Sollversteuerung musst du die Umsatzsteuer aus deinen Einnahmen bereits dann an das Finanzamt abführen, wenn du die Leistung erbracht und die Rechnung gestellt hast. Der Geldeingang ist erst einmal unerheblich.  

Großer Liquiditätsvorteil der Ist-Versteuerung

Der Hauptvorteil der Ist-Versteuerung ist damit der Liquiditätsvorteil. Du musst die Umsatzsteuer aus deinen Einnahmen erst dann abführen, wenn das Geld auch auf deinem Konto eingegangen ist. Das ist bei der Sollversteuerung anders. Lässt sich der Kunde mit der Bezahlung der Rechnung Zeit, dann musst du unter Umständen die Umsatzsteuer schon abführen, obwohl du noch gar kein Geld in der Tasche hast.

Die Ist-Versteuerung ist für Freiberufler einfach einfacher!

Insbesondere als Freiberufler – was Musiker ja sind – vereinfacht die Ist-Versteuerung auch deine Aufzeichnungspflichten erheblich. Als Freiberufler ermittelst du für einkommensteuerliche Zwecke den Gewinn nach dem Zuflussprinzip. In die Einnahmenüberschussrechnung werden nur die Beträge aufgenommen, die bezahlt wurden. Dieses Prinzip stimmt mit der Ist-Versteuerung überein.