Rechnungsinhalte

Um Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend zu machen, verlangt das Finanzamt regelmäßig eine Rechnung. Insbesondere für die Geltendmachung des sog. Vorsteuerabzuges muss diese Rechnung folgende Inhalte aufweisen:

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers,
  • Name und Anschrift des Leistungesempfängers,
  • das Ausstellungsdatum(=Rechnungsdatum)
  • eine einmalig vergebene Rechnungsnummer
  • die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ausstellers
  • Termin der Lieferung oder Leistung
  • Menge und Bezeichnung der gelieferten Produkte bzw. Art und Umfang der Dienstleistung
  • die ggf. nach Steuersätzen aufgeschlüsselten Netto-Beträge
  • und die jeweils darauf entfallenden Steuer-Beträge oder ein Hinweis auf eine Umsatzsteuerbefreiung bzw. die Anwendung der Kleinunternehmerregelung,  

Beispiel für eine korrekte Eingangsrechnung, die du erhalten hast:

In künstlerischen Kreisen ist es manchmal ein Problem eine solch perfekte Rechnung zu erhalten, vor allem von den lieben Künstlerkollegen. Sofern du die Ausgabe nur als Betriebsausgabe bei der Einkommensteuer abziehen möchtest, aber keine Vorsteuer aus einer Rechnung ziehst, ist es ok, wenn nicht alle Angaben auf der Rechnung enthalten sind. Sofern du aber die Vorsteuer aus der Rechnung ziehen möchtest, müssen alle diese Angaben auf der Rechnung enthalten sein.

Auf der anderen Seite muss auch deine Rechnung alle diese Angaben enthalten. Das ist ebenfalls häufig ein Problem, da ein Künstler oft nur einen Vertrag abschließt und nach Erbringung der Leistung nicht noch einmal eine Rechnung erstellt. In diesem Fall müssen sich alle diese Angaben aus den Verträgen ergeben und du nimmst die Verträge zu deinen Steuerunterlagen.

Beispiel für eine Rechnung, wenn du Kleinunternehmer bist:

Wenn du Kleinunternehmer bist, weist du keine Umsatzsteuer aus, sondern schreibst unter die Rechnung, dass du Kleinunternehmer bist. Die Rechnung würde dann wie folgt aussehen:

Wie sieht eine Rechnung über eine steuerfreie Leistung aus?

Wenn du gem. § 4 Nr. 20 UStG oder § 4 Nr. 21 UStG steuerbefreit bist, schreibst du eine Rechnung wie die obige Nummer 2. Den Satz: Ich bin Kleinunternehmer gem. § 19 UStG ersetzt du durch folgende Formulierung:

Meine Leistungen sind gem. § 4 Nr. 20 a UStG befreit.

Oder wenn deine Leistungen gem. § 4 Nr. 21 UStG befreit sind, weil du unterrichtest, dann schreibst du:

Meine Leistungen sind gem. § 4 Nr. 21 a UStG befreit.

Kleinbetragsrechnungen

Handelt es sich bei der Rechnung um eine Kleinbetragsrechnung, d.h. der Gesamtbetrag einschließlich Umsatzsteuer übersteigt nicht 250 €, können verschiedene Angaben entfallen. Dann wird eine Rechnung schon für den Vorsteuerabzug akzeptiert, wenn sie die folgenden Angaben enthält:

  1. Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  2. Menge und handelsübliche Bezeichnung des Gegenstandes der Lieferung oder Art und Umfang der sonstigen Leistung
  3. Entgelt und der Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe,
  4. zur Anwendung kommender Umsatzsteuersatz oder ein Hinweis auf eine Umsatzsteuerbefreiung bzw. die Anwendung der Kleinunternehmerregelung,
  5. das Ausstellungsdatum

Alle anderen Angaben werden dann nicht benötigt. Rechnungen über solche Kleinbeträge kennst du als Quittungen oder Kassenbons. Sie können nur bis zu einem Bruttobetrag in Höhe von 250 € zur Anwendung kommen. Bei übersteigenden Beträgen muss eine Rechnung verlangt werden.

Wenn dein Gesamthonorar also unter 250 € liegt, dann kannst du einfach eine Quittung ausstellen. Das gleiche gilt, wenn du Honorare an begleitende Künstler auszahlst. Dann lässt du dir einfach die Zahlung quittieren. Bitte achte aber darauf, dass obige Angaben auf der Quittung enthalten sind.