Kein allgemeines Aufteilungs- und Abzugsverbot für Aufwendungen mehr

Seit einer Entscheidung des Großen Senats (GrS) des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 21. September 2009 (vergleiche GrS 1/06, BStBl 2010 II S. 672, BMF vom 6. Juli 2010 – IV C 3 – S 2227/07/10003:002 BStBl 2010 I S. 614) wurde das allgemeine Aufteilungs- und Abzugsverbot von Aufwendungen insgesamt aufgegeben. Bis dahin konnten Aufwendungen für Gegenstände, die sowohl betrieblich/beruflich als auch privat genutzt wurden, insgesamt nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden. Die private Mitveranlassung führte dazu, dass der Betriebsausgabenabzug vollständig ausgeschlossen war.

Dies gilt heute nicht mehr. Sofern ein Wirtschaftsgut für beide Teile des Lebens genutzt wird, kommt eine Aufteilung in Betracht. Für Pkw, Telefon und Computer ist das den meisten bekannt. Das Aufteilungsverbot ist jedoch generell entfallen. Dies eröffnet dir weitere Möglichkeiten: Beispielsweise kannst du Aufwendungen für bestimmte technische Geräte (Aufnahmegeräte, Kamera, Fernsehen) gemäß deiner anteiligen beruflichen Nutzung steuerlich geltend machen. Problematisch ist nur der Nachweis dieser betrieblichen Nutzung. Da musst du schon ein bisschen kreativ werden, aber das dürfte für einen Künstler nicht schwer sein.


50 % gehen immer

Hier kommt dir auch der BFH mit seinen Grundsatzurteilen zur Hilfe. Er hat gesagt, dass – immer dann, wenn keiner der Beteiligten einen anderen Aufteilungsmaßstab überzeugend vortragen und nachweisen kann – von einer hälftigen Aufteilung der Kosten ausgegangen werden kann. Voraussetzung ist: die Kosten müssen unbestreitbar auch betrieblich oder beruflich veranlasst sein. Die dazugehörigen BFH-Urteile sind das BFH-Urteil vom 16.11.2011, VI R 19/11 und BFH- Urteil vom 24.2.2011, VI R 12/10. Diese Grundsatzurteile lassen sich mit dem kernigen Satz zusammenfassen: 50 % gehen immer. Wichtig ist nur, dass du eine betriebliche Nutzung nachweisen kannst , die ziemlich sicher über 10 % liegt. Darunter ist die betriebliche Nutzung unerheblich und berechtigt nicht zu einem Abzug. Eine Aufteilung kommt auch nur dann in Betracht, wenn die berufliche und private Veranlassung nicht so untrennbar miteinander verbunden sind, dass eine Aufteilung gar nicht möglich ist. Du musst also diese Trennbarkeit darlegen, anhand entsprechender Aufzeichnungen.


Nicht abziehbar bleiben Aufwendungen für Gegenstände, deren Anschaffung durch das steuerliche Existenzminimum abgegolten ist. Dies sind vor allem Kosten für Kleidung, Ernährung, Erziehung und Schulausbildung, Zeitung, den Besuch kultureller und sportlicher Veranstaltungen. Auch Kosten die als Sonderausgaben abgezogen werden können sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Das wurde durch den BFH ebenfalls klar geregelt.

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