Fristende 31.7.2020 verpasst oder nicht mehr zu halten? Was ist zu tun?

Fristen

Wenn du nicht steuerlich beraten bist, musst du deine Einkommensteuererklärung bis zum 31.7.2020 beim Finanzamt einreichen. Sofern du steuerlich beraten bist, verlängert sich diese Frist auf den 28.2. des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Jahres (die Steuererklärung 2019 muss also spätestens am 28.2.2021) eingereicht werden.

Was droht dir, wenn du die Frist versäumt hast?

Reichst du die Einkommensteuererklärung zu spät ein, dann kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Dieser beträgt 0,25% der festgesetzten Steuer, mindestens 25 € pro angefangenem Monat!!!

Wie kannst du eine Fristverlängerung erhalten?

Wenn du also absehen kannst, dass das mit der Frist am 31.7.2020 nicht klappen wird, würde ich dir empfehlen, schon vor Ablauf der Frist eine Fristverlängerung beim Finanzamt zu beantragen. Das kannst du mit einem formlosen Schreiben an das Finanzamt machen, in dem du deinen Namen und deine Steuernummer angibst und einen Grund, warum du die Steuererklärung nicht rechtzeitig abgeben kannst. Folgende Gründe führen in der Regel dazu, dass das Finanzamt die Frist verlängert:

Die 7 besten Gründe für eine Fristverlängerung:

  • Längere Krankheit
  • Schicksalsschlag
  • Längere Reise beruflich oder privat
  • Arbeitsüberlastung
  • Fehlende Unterlagen
  • Persönliche Belastungen, wie beispielsweise Umzug
  • Steuerliche Beratung.

Es ist ratsam, dem Finanzamt einen Termin vorzugeben, bis wann die Frist verlängert werden soll, z.B. den 30.09.2020. Am besten schreibst du dann noch folgenden Satz unter dein formloses Anschreiben: „sofern ich keine anderslautende Mitteilung von Ihnen erhalte, gehe ich davon aus, dass Sie meinem Antrag entsprochen haben“. Wenn du dann vom Finanzamt nichts hörst, kannst du davon ausgehen, dass die Frist bis zum angegebenen Datum verlängert wurde. Wichtig ist aber auch, dass du nachweisen kannst, dass du den Brief weggeschickt hast.

Wenn du die Frist verlängert hast, bist du nicht in einer Fristversäumnis und es fallen auch keine Verspätungszuschläge an.

Ab dem 28.2. des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Jahres wird es eng!

Eine Fristverlängerung über den letzten Tag des Februars (i.d.R. 28.2.) des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres hinaus (für 2019 also 2021) kann man nur schwer erreichen. Die genaue Formulierung heißt, nur wenn die Fristversäumnis ohne Verschulden des Steuerpflichtigen eingetreten ist, kann die Frist verlängert werden. Es wird also eng. Begründungen wie längere Reisen, Arbeitsüberlastung, fehlende Unterlagen oder bestimmte persönliche Belastungen greifen dann i.d.R. nicht mehr. Sie gelten insbesondere dann nicht mehr, wenn es sich um notorisch überlastete, belastete oder reiselustige Steuerpflichtige handelt, d.h. der Steuerpflichtige diese Begründung öfter vorträgt.

Nach meinen Erfahrungen wird die Frist bei

  • Längeren Erkrankungen
  • Schicksalsschlägen

vom Finanzamt unproblematisch verlängert, insbesondere, wenn man noch einen kleinen Nachweis beilegt, dass diese Begründung nicht nur vorgeschoben ist.

Wann brauchst du dir keine Sorgen über Verspätungszuschläge machen?

Keine Sorgen über die Festsetzung von Verspätungszuschlägen aufgrund einer Fristversäumnis muss du dir dann machen, wenn du in diesem Jahr keine Steuer zahlen musst oder aufgrund von Einkommensteuervorauszahlungen eine Steuererstattung aus dem Einkommensteuerbescheid resultiert. In diesen Fällen werden grundsätzlich keine Verspätungszuschläge festgesetzt.

Was hat das Finanzamt sonst noch in der Trickkiste?

Allerdings würde ich auch in diesen Fällen die Steuererklärung nicht zuuu weit rausschieben, denn das Finanzamt hat noch andere Maßnahmen, um das Besteuerungsverfahren voranzutreiben, z.B. den Erlass eines Schätzbescheides. Schätzbescheide übertreffen die tatsächlichen Einkünfte sehr oft, was die Steuerpflichtigen dann motiviert, mit ihrer Steuererklärung endlich zu Potte zu kommen. An dieser Stelle sei aber auch angemerkt, dass du verpflichtet bist eine Steuererklärung abzugeben, wenn die Schätzung günstiger ist als deine tatsächliche Einkommenssituation. Ansonsten bist du in der Steuerhinterziehung.