Quartett

Steuerfalle: Einkünfte aus einer Band

Viele Musiker, spielen in Bands, Ensembles, Quartetten, Orchestern und anderen Gruppen. Bei der steuerlichen Erfassung der Einkünfte aus diesen Bands bemerke ich oft eine große Unsicherheit. Welchen Betrag muss ich als Einnahme aus dieser Band in meiner Steuererklärung angeben und wo?

Welche Beträge du als Einnahme aus dieser Gruppe in deiner Einkommensteuererklärung angibst, hängt davon ab, ob diese Gruppe als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) geführt ist und ob du ein Mitglied dieser GbR bist.

Du spielst als Aushilfe in dieser GbR

Sofern du kein Gesellschafer der GbR bist, sondern nur sporadisch als freier Musiker dort mitspielst, erhältst du einfach ein Honorar und dieses Honorar gibst du in deiner Einnahmenüberschussrechnung als Einnahme an. Die damit im Zusammenhang stehenden Ausgaben ziehst du als Ausgaben im Rahmen deiner Einnahmenüberschussrechnung ab.

Du bist dann nicht Gesellschafter der GbR, wenn du beispielsweise nur als Ergänzung in der Gruppe spielst, weil besondere Instrumente benötigt werden. Auch wenn du als Aushilfe für die Gruppe spielst, weil ein Musiker krank geworden ist, bist du in der Regel kein Mitglied und damit auch kein Gesellschafter der GbR. Sofern die GbR einen schriftlichen Vertrag geschlossen hat, bist du natürlich auch nur dann Gesellschafter der GbR, wenn du als Gesellschafter aufgenommen bist.

Du bist Gesellschafter der GbR

Bist du festes Mitglied der GbR und als solches Gesellschafter dieser Gruppe sieht die Besteuerung anders aus. Die Gruppe muss dann für die Gesellschaft selbst eine Einnahmenüberschussrechnung erstellen und eine Steuererklärung abgeben. Diese Steuererklärung nennt man: Gesondert und einheitliche Gewinnfeststellung.

In der Einnahmenüberschussrechnung der GbR werden alle Einnahmen und Ausgaben der Gruppe erfasst.

Aufteilungsschlüssel

Nachdem der Einnahmenüberschuss feststeht, wird dieser auf die einzelnen Gesellschafter verteilt. Hier können die Gesellschafter selbst einen Schlüssel festlegen. Da gibt es die tollsten Rechenwerke, in Abhängigkeit der Mitwirkung, Bedeutung oder sonstiger Kriterien der einzelnen Musiker. Natürlich kann der Einnahmenüberschuss auch als fester Anteil oder nach Köpfen verteilt werden. Bei der Aufteilung des Gewinns (oder Verlustes) darf euch das Finanzamt nicht reinreden. Das ist allein eure Sache, einen Verteilungsschlüssel festzulegen.

Wenn ihr diesen Schlüssel ermittelt habt, tragt ihr ihn in der gesondert und einheitlichen Gewinnfeststellung ein und ermittelt den Gewinnanteil jedes einzelnen Gesellschafters. Dieser Gewinnanteil wird dem jeweiligen Gesellschafter mitgeteilt und diesen mitgeteilten Gewinnanteil musst du als Gesellschafter in deiner Steuererklärung angeben.

Grundlagenbescheid

Der Bescheid über die gesondert und einheitliche Gewinnfeststellung ist ein sogenannter Grundlagenbescheid für deine persönliche Steuererklärung. Die Finanzämter in ganz Deutschland melden diese Gewinnanteile untereinander und legen sie deiner Besteuerung „von Amts wegen“ zugrunde. Auch dann, wenn dein Einkommensteuerbescheid schon bestandskräftig ist, kann das Finanzamt den Gewinnanteil noch einfügen und nachversteuern.

Verluste der GbR

Die GbR kann natürlich auch einen Verlust erzielen. Dieser wird dir dann auch über die gesondert und einheitliche Gewinnfeststellung zugewiesen. Wichtig: Generelle Abzugsbeschränkungen für diesen Verlust gibt es nicht. Das heißt er mindert grundsätzlich dein zu versteuerndes Einkommen. Sollte das Finanzamt dies nicht gemacht haben, so musst du sofort Einspruch gegen den Bescheid einlagen und Protest erheben.

Häufigster Fehler

Meistens wird schon unterjährig ein Gewinnanteil an die Gesellschafter ausbezahlt. Sehr häufig sehe ich, dass die Gesellschafter einfach diese überwiesenen Beträge als Einnahme ansetzen und versteuern. Dieser Betrag kann jedoch vollständig vom richtigen Gewinnanteil abweichen. Schlimmstenfalls kann es sogar zu schweren Doppelbesteuerungen kommen, wenn du einmal die Einnahmen aus der Band im Rahmen deiner eigenen Einnahmenüberschussrechnung erfasst, zum anderen das Finanzamt dir den entsprechenden Gewinnanteil auch noch zurechnet.

Ausgaben

Ausgaben, die du selbst getragen hast, aber durch deine Tätigkeit für die GbR veranlasst waren, sind sogenannte Sonderbetriebsausgaben. Diese meldest du als entsprechende Ausgaben demjenigen, der die Einnahmenüberschussrechnung für die Band/ Gruppe erstellt. Sie werden auf der Ebene der Band als Ausgaben von deinem Gewinnanteil abgezogen und mindern deinen Gewinnanteil.

GEFAHR! Gewerbliche Abfärbetheorie bei einer freiberuflichen GbR

Wenn eine grundsätzlich freiberuflich tätige Musiker-GbR gewerbliche Tätigkeiten ausübt, wird beim Überschreiten einer kleinen Bagatellgrenze die gesamte Tätigkeit der Gruppe als gewerblich behandelt. Damit erzielt ihr dann Einkünfte aus Gewerbebetrieb, die auch der Gewerbesteuer unterliegen. Das ist schlecht. Deshalb solltet ihr beispielsweise niemals einen CD Verkauf über eine freiberuflich tätige Personengesellschaft aufnehmen. Besser gründet ihr dann eine zweite GbR, die dann von vorneherein gewerblich tätig ist.

Wo gibst du den Gewinnanteil an?

In der Zeile 6 der Anlage S.

Also:

Wenn du Gesellschafter einer GbR bist, setzt du immer nur den Gewinnanteil aus der gesondert und einheitlichen Gewinnfeststellung an. Die Vergütungen, die du von der GbR ausgezahlt bekommen hast, sind nicht in deiner Einnahmenüberschussrechnung zu erfassen. Ebenso sind Ausgaben, die du selbst getragen hast im Zusammenhang mit deiner Tätigkeit für die GbR auf der Ebene der GbR als Sonderbetriebsausgaben abzuziehen. Ausgaben, die die gesamte GbR betreffen und von dieser getragen werden sowieso.

Exkurs: Haftung als Gesellschafter einer GbR

Jeder Gläubiger kann die vollen Zahlungsverpflichtungen von dir persönlich einfordern, wenn die GbR nicht zahlungsfähig ist. Du kannst nur anschließend einen Ausgleich von deinen Gesellschafterkollegen verlangen. Das kann zu Problemen führen. Pass also immer gut auf, in welcher GbR du als Gesellschafter einsteigst.