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Verkürzte Abschreibungsdauer für Computerhardware, sowie Software zur Dateneingabe und -verarbeitung

Olaf Scholz hat im Rahmen der Coronakrise die Abschreibungsdauer für Computerhardware und Software zur Dateneingabe und –verarbeitung auf ein Jahr verkürzt (bis 31.12.2020 3 Jahre, vergleiche den Blogbeitrag Arbeitsmittel).

Welche Geräte sind betroffen?

Entsprechend können folgende Geräte, die in einem Wirtschaftsjahr, das nach dem 31.12.2020 endet angeschafft wurden, in diesem Jahr voll abgeschrieben werden:

  • Computer
  • Desktop-Computer
  • Notebook-Computer (Tablets, Slates, mobile Thin-Clients)
  • Desktop-Thin-Clients
  • Workstations
  • Mobile Workstations
  • Small-Scale-Server
  • Dockingstations
  • Externe Netzteile
  • Peripherie-Geräte
  • Betriebs- und Anwendersoftware

Auch Altgeräte sind begünstigt

Auch Altgeräte, die in vorangehenden Wirtschaftsjahren angeschafft wurden, können in Wirtschaftsjahren, die nach dem 31.12.2020 enden vollständig abgeschrieben werden. Also auch Computer, die in 2020 angeschafft wurden und zum 31.12.2020 noch einen Restbuchwert haben, können im Wirtschaftsjahr 2021 voll abgeschrieben werden.
Eine entsprechende Regelung hat Herr Scholz in einem Schreiben seines Ministeriums am 26.02.2021 herausgegeben.

Bei der Regelung handelt es sich um ein Wahlrecht

Die Regelung ist ein Wahlrecht. Wenn die tatsächliche Nutzungsdauer länger ist als ein Jahr, kann auch über einen längeren Zeitraum abgeschrieben werden. Dies kann sinnvoll sein, um die steuerliche Bemessungsgrundlage über einen längeren Zeitraum zu mindern. Aufgrund des progressiven Steuertarifes kann dies insgesamt günstiger sein, als alle Ausgaben in einem Jahr zusammenzuballen.

Verluste im Nebenberuf! Keine Liebhaberei!

Bei Musikern verhält es sich sehr oft so, dass sie in ihrem Hauptberuf eine Tätigkeit ausüben z.B. Musiklehrer an einem Gymnasium und im Nebenberuf eine musikalische Karriere als Bandsänger oder Orchesteraushilfe, etc. ausüben. Da kann es leicht passieren, dass im Hauptberuf zwar ein hohes zu versteuerndes Einkommen erzielt wird, im Nebenberuf aber Verluste entstehen, weil viel Equipment gekauft wird oder viel Werbung gemacht wird, um die Karriere anzukurbeln.

Finanzamt sieht hier gerne Liebhaberei!

Das Finanzamt ist kein großer Freund von Verlusten im Nebenberuf. Insbesondere, wenn diese Verluste aus Tätigkeiten stammen, die andere Menschen als Hobby ausüben. Das Finanzamt behauptet dann gerne, dass es sich bei der Nebentätigkeit um reine Liebhaberei handelt. Die Verluste dürfen nicht mit den Gewinnen aus der Haupttätigkeit verrechnet werden, da es an einer Gewinnerzielungsabsicht fehlt.

Meist gehen die Finanzbehörden in diesen Fällen so vor, dass sie zunächst die Verluste steuermindernd ansetzen, den Bescheid aber im Hinblick auf die Einkünfte aus nebenberuflicher Tätigkeit nur vorläufig erlassen (steht auf Seite 1 des Bescheides meist ganz weit oben). Diese Vorgehensweise bringt die Gefahr mit sich, dass die Verluste später noch einmal aus dem Einkommensteuerbescheid rausgeschmissen werden können und damit die Steuer nachträglich sehr viel höher ausfällt. Das ist sehr ärgerlich, weil du die Steuererstattung wahrscheinlich schon wieder in neues Equipment investiert hast und also kein Geld zur Verfügung steht, die Steuernachzahlung zu begleichen.

Was tun?

Im genannten Beispielsfall unterstützt die Nebentätigkeit als Konzertmusiker die Haupttätigkeit als Musiklehrer. Unter Umständen hat sie überhaupt erst dazu geführt, dass der Musiklehrer die Stelle am Gymnasium erhalten hat, weil er über seine Konzerttätigkeit bekannt wurde. Wenn man argumentativ schlüssig darlegen kann, dass die Nebentätigkeit die Haupttätigkeit unterstützt, dann muss das Finanzamt die Verluste aus der Nebentätigkeit jetzt und sofort anerkennen. Dazu gibt es ein sehr altes Urteil, was aber immer noch gilt und sogar in den Einkommensteuerrichtlinien steht: Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 22.7.1993 (VI R 122/92), BStBl. 1994 II S. 510. Leider kennt nicht jeder Finanzbeamte dieses Urteil. Jeder Finanzbeamte muss es aber anwenden, da sogar in den Einkommensteuerrichtlinien darauf verwiesen wird.

Das ist echtes Geld wert. Bitte verweist entsprechend auf dieses Urteil und besteht darauf, dass diese Verluste nicht vorläufig festgesetzt werden.  

Kein allgemeines Aufteilungs- und Abzugsverbot für Aufwendungen mehr

Seit einer Entscheidung des Großen Senats (GrS) des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 21. September 2009 (vergleiche GrS 1/06, BStBl 2010 II S. 672, BMF vom 6. Juli 2010 – IV C 3 – S 2227/07/10003:002 BStBl 2010 I S. 614) wurde das allgemeine Aufteilungs- und Abzugsverbot von Aufwendungen insgesamt aufgegeben. Bis dahin konnten Aufwendungen für Gegenstände, die sowohl betrieblich/beruflich als auch privat genutzt wurden, insgesamt nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden. Die private Mitveranlassung führte dazu, dass der Betriebsausgabenabzug vollständig ausgeschlossen war.

Dies gilt heute nicht mehr. Sofern ein Wirtschaftsgut für beide Teile des Lebens genutzt wird, kommt eine Aufteilung in Betracht. Für Pkw, Telefon und Computer ist das den meisten bekannt. Das Aufteilungsverbot ist jedoch generell entfallen. Dies eröffnet dir weitere Möglichkeiten: Beispielsweise kannst du Aufwendungen für bestimmte technische Geräte (Aufnahmegeräte, Kamera, Fernsehen) gemäß deiner anteiligen beruflichen Nutzung steuerlich geltend machen. Problematisch ist nur der Nachweis dieser betrieblichen Nutzung. Da musst du schon ein bisschen kreativ werden, aber das dürfte für einen Künstler nicht schwer sein.


50 % gehen immer

Hier kommt dir auch der BFH mit seinen Grundsatzurteilen zur Hilfe. Er hat gesagt, dass – immer dann, wenn keiner der Beteiligten einen anderen Aufteilungsmaßstab überzeugend vortragen und nachweisen kann – von einer hälftigen Aufteilung der Kosten ausgegangen werden kann. Voraussetzung ist: die Kosten müssen unbestreitbar auch betrieblich oder beruflich veranlasst sein. Die dazugehörigen BFH-Urteile sind das BFH-Urteil vom 16.11.2011, VI R 19/11 und BFH- Urteil vom 24.2.2011, VI R 12/10. Diese Grundsatzurteile lassen sich mit dem kernigen Satz zusammenfassen: 50 % gehen immer. Wichtig ist nur, dass du eine betriebliche Nutzung nachweisen kannst , die ziemlich sicher über 10 % liegt. Darunter ist die betriebliche Nutzung unerheblich und berechtigt nicht zu einem Abzug. Eine Aufteilung kommt auch nur dann in Betracht, wenn die berufliche und private Veranlassung nicht so untrennbar miteinander verbunden sind, dass eine Aufteilung gar nicht möglich ist. Du musst also diese Trennbarkeit darlegen, anhand entsprechender Aufzeichnungen.


Nicht abziehbar bleiben Aufwendungen für Gegenstände, deren Anschaffung durch das steuerliche Existenzminimum abgegolten ist. Dies sind vor allem Kosten für Kleidung, Ernährung, Erziehung und Schulausbildung, Zeitung, den Besuch kultureller und sportlicher Veranstaltungen. Auch Kosten die als Sonderausgaben abgezogen werden können sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Das wurde durch den BFH ebenfalls klar geregelt.

Steuererklaerung_ausgaben_instrumente

Musikinstrumente und das Thema des Anlagevermögens

Alle Musiker besitzen ein oder mehrere Musikinstrumente. Dies gilt häufig selbst für Gesangssolisten, die zum Üben beispielsweise ein Klavier benötigen. Entsprechend können die Kosten für ein Instrument auch im Rahmen der Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Da ein Instrument in der Regel über mehrere Jahre genutzt werden kann, sind die Kosten der Anschaffung des Instrumentes über diese Jahre der Nutzung zu verteilen: Sie werden abgeschrieben.

Die Anschaffungskosten eines Instruments umfassen alles, was du aufwendest, um das Instrument zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Dies sind insbesondere die Kosten für den Erwerb des Instruments, aber zum Beispiel auch die Transportkosten eines Flügels oder Schlagzeugs im Zusammenhang mit der Anschaffung.

Methoden der Abschreibung von Musikinstrumenten

Die Anschaffungskosten für Musikinstrumente kannst du dann sofort als Betriebsausgabe geltend machen, wenn die Anschaffungskosten unter 250 € (netto) pro selbständig nutzungsfähigem Musikinstrument betragen.

Sofern die Anschaffungskosten zwischen 250 € (netto) und 800 € (netto) betragen, musst du die Musikinstrumente zwar als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) in einem Anlageverzeichnis erfassen, sie können aber sofort vollständig abgeschrieben werden. Das heißt, die gesamten Anschaffungskosten werden direkt als Betriebsausgaben erfasst. Diese Wertgrenzen verstehen sich grundsätzlich netto, das heißt ohne Umsatzsteuer. Wenn die Gitarre also netto unter 800 € und brutto unter 952 € kostet, muss sie in einem Anlageverzeichnis nachgewiesen werden. Die Kosten können aber gleich voll die steuerliche Bemessungsgrundlage mindern. Sofern du nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt bist, setzt du die Bruttokosten als Betriebsausgabe ab, also die 952 €.

Alternativ zur oben beschriebenen sogenannten Sofortabschreibung von GWG kannst du selbständig nutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens jährlich zu einem Sammelposten (Pool) zusammenfassen, wenn ihre Anschaffungskosten 250 € (netto), nicht aber 1.000 € (netto) übersteigen. Dieser Sammelposten wird jährlich mit 20 % abgeschrieben, unabhängig davon, wann im Wirtschaftsjahr die Wirtschaftsgüter angeschafft wurden. Der Sammelposten ist jedoch für alle Wirtschaftsgüter eines Jahres zu bilden, welche die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Ein Nebeneinander der Abschreibung von GWG und Sammelposten kann es für die angeschafften Wirtschaftsgüter eines Jahres nicht geben. Das Wahlrecht zur Bildung eines Sammelpostens kann jedes Jahr neu ausgeübt werden.

Die Bildung eines Sammelpostens ist dann steuerlich günstig, wenn du in einem Jahr verschiedene Wirtschaftsgüter angeschafft hast, deren Anschaffungskosten über 800 € (netto) lagen, aber unter 1.000 € (netto), und wenn deren Nutzungsdauer normalerweise mehr als fünf Jahre beträgt. Für einen Laptop lohnt sich die Bildung eines Sammelpostens also nicht, da dieser normalerweise über drei Jahre abgeschrieben wird. Auch solltest du keinen Sammelposten bilden, wenn du viele Wirtschaftsgüter gekauft hast, die weniger als 800 € (netto) gekostet haben und nur ein Wirtschaftsgut, das etwas über diesem Preis lag. Die Entscheidung, welche Vorgehensweise am günstigsten ist, muss immer unter Berücksichtigung der Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalls getroffen werden.

Betragen die Anschaffungskosten über 800 € (netto) beziehungsweise über 1.000 € (sofern du das Wahlrecht, einen Sammelposten zu bilden, wahrnimmst), musst du die Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilen.

Über welchen Zeitraum musst du die Kosten verteilen?

Da grundsätzlich nie im Vorhinein gesagt werden kann, wie lange ein Musikinstrument tatsächlich genutzt wird, sind die Kosten der Anschaffung über die sogenannte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu verteilen. Diese wird im Wesentlichen in amtlichen Tabellen festgelegt. Aber auch der Bundesfinanzhof (BFH) hat in verschiedenen Urteilen Nutzungsdauern vorgegeben. Daraus ergeben sich beispielsweise folgende Abschreibungsdauern:

Flügel (hochwertig): 30 Jahre
Flügel (Standard):   15 Jahre
Klavier (Standard): 10 Jahre
Elektroorgel:   10 Jahre
Schlaginstrumente:  10 Jahre
Streichinstrumente: 10 Jahre
Gitarre:  10 Jahre
Blasinstrumente:   8 Jahre

Besondere Umstände des Einzelfalls können dazu berechtigen, die Abschreibungsdauern zu verkürzen. Diese besonderen Umstände können verschiedener Natur sein. Zum einen kann das Instrument gebraucht erworben worden sein oder es ist besonders hochwertig. Es kann sein, dass es im allgemeinen Spielbetrieb, zum Beispiel bei Neuer Musik/Rock oder Jazz, besonders beansprucht wird. Diese besonderen Umstände rechtfertigen ein Abweichen von den amtlichen Abschreibungssätzen. Es empfiehlt sich jedoch, dass du die Gründe für die verkürzte Abschreibungsdauer dem Finanzamt gegenüber erläuterst, um so die erhöhten Betriebsausgaben durchzusetzen. Verkürzte Abschreibungsdauern führen zu höheren Betriebsausgaben im jeweiligen Jahr.

Erstaunlicherweise können auch sogenannte Meistergeigen oder Musikinstrumente, die aufgrund ihres Alters und ihrer Qualität eher im Wert steigen, für steuerliche Zwecke abgeschrieben werden. In einem Urteil hat der BFH diese Frage für eine 300 Jahre alte Meistergeige entschieden. Sofern diese Geige im Konzertalltag regelmäßig bespielt wird, unterliegt sie einem technischen Verschleiß, der eine Abschreibung der Anschaffungskosten auch dann rechtfertigt, wenn es wirtschaftlich zu einem Wertzuwachs kommt. Als Abschreibungsdauer hat hier der BFH jedoch einen Zeitraum von 100 Jahren zugrunde gelegt. Das heißt, in jedem Jahr kann der 100. Teil der Anschaffungskosten als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Dies ist unter Umständen auch bei einer Meistergeige nicht allzu viel. Das Gericht hat in dem maßgeblichen Urteil jedoch auch die Möglichkeit eröffnet, eine kürzere Nutzungsdauer nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen.

Wenn du ein Instrument während des Jahres anschaffst und du die Anschaffungskosten über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilen musst, dann ist für das Jahr der Anschaffung noch zu beachten, dass du nur für die Monate eine Abschreibung vornehmen darfst, in denen du das Wirtschaftsgut schon angeschafft hattest. Schaffst du das Instrument also im April an, so darfst du die Jahresabschreibung im ersten Jahr nur für neun Monate vornehmen.

Sofern du umsatzsteuerbefreit oder nicht umsatzsteuerpflichtig bist, verteilst du die Bruttoanschaffungskosten eines Instrumentes. Wenn du umsatzsteuerpflichtige Umsätze tätigst, kannst du die gezahlte Umsatzsteuer erstattet erhalten. Dann verteilst du nur die Nettokosten auf die Jahre der Nutzung.

Ein Beispiel: Herr Meistermusiker kauft am 5. September 2021 einen Flügel (Standard) für 18.000 € und lässt diesen durch einen Spediteur in sein Atelier transportieren. Die Transportkosten betragen 850 €. Wie hoch ist der Abschreibungsbetrag im Jahre 2021?

Eigentliche Anschaffungskosten 18.000 €
Kosten des Transportes: 850 €
Steuerliche Anschaffungskosten:    18.850 €
Nutzungsdauer 15 Jahre, jährliche Abschreibung (gerundet):    1.257 €
Für das Jahr 2021 4 Monate:   419 €

Sind Instrumente, die schon vor Beginn der Einkünfteerzielung im Besitz des Musikers waren, steuerlich nutzbar?

Häufig werden Musikinstrumente erworben, bevor mit diesen tatsächlich Einnahmen erzielt werden, zum Beispiel während des Studiums. Dann ist für viele Steuerpflichtige unklar, wie mit diesen Instrumenten zu verfahren ist.

Musikinstrumente, die vor Beginn der tatsächlichen Einkünfteerzielung schon in deinem Besitz waren, kannst du im Zeitpunkt der erstmaligen beruflichen Nutzung in das Betriebsvermögen einlegen. Die Bewertung des Wirtschaftsguts hat dann mit dem Teilwert zu erfolgen. Dieser ist nach oben durch die ursprünglichen Anschaffungskosten begrenzt, wenn die Instrumente innerhalb der letzten drei Jahre vor der erstmaligen Nutzung zu beruflichen Zwecken angeschafft worden sind. Im Übrigen spiegelt der Teilwert – vereinfacht gesagt – den momentanen Marktwert wider. Die Abschreibung ist dann von diesem ermittelten Wert vorzunehmen.

Lass dir hier am besten eine Bewertung von einer Instrumentenversicherung geben oder greife auf eine Bewertung durch einen Instrumentenbauer zurück, um den Teilwert zu dokumentieren. Diesen geschätzten Einlagewert kannst du dann, wie oben dargelegt, nach den Grundsätzen über das Anlagevermögen abschreiben.

Kosten der Generalsanierung eines Instruments

Reparatur- und Wartungskosten für ein Instrument sind grundsätzlich zum Zeitpunkt ihrer Bezahlung als Betriebsausgaben abzusetzen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn du eine grundlegende Instandsetzung oder Überholung zum Zeitpunkt der Anschaffung des Instruments vornehmen lässt. Dann handelt es sich bei den Kosten der Generalsanierung um Teile der Anschaffungskosten, die abgeschrieben werden müssen. Sofern du umsatzsteuerpflichtig bist, setzt du die Nettokosten an, andernfalls die Bruttokosten inklusive Umsatzsteuer. Die Berechnung sieht dann wie folgt aus:

Eigentliche Anschaffungskosten: 10.000,00 €
Kosten der Generalsanierung: 3.000,00 €
Steuerliche Anschaffungskosten:         13.000,00 €

Diese steuerlichen Anschaffungskosten musst du dann über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilen (siehe Beispiel oben).

Ist es immer sinnvoll, ein Instrument in das Betriebsvermögen aufzunehmen?

Wenn du ein Musikinstrument betrieblich nutzt und in deiner Steuererklärung die Abschreibung eines Musikinstruments geltend machst, dann ist ein Veräußerungsgewinn, der eventuell bei einem späteren Verkauf entsteht, steuerpflichtig. Ein Veräußerungsgewinn ergibt sich aus dem Veräußerungspreis unter Abzug des aus dem Anlageverzeichnis zu entnehmenden Restbuchwerts des Instruments. Also insbesondere bei Instrumenten, die du günstig gekauft hast und nicht sehr häufig betrieblich nutzt, solltest du überlegen, ob du sie wirklich in der Steuererklärung angeben willst (sprich, in das Betriebsvermögen der freiberuflichen Tätigkeit aufnehmen willst) oder ob du sie im Privatvermögen belässt. Bleibt das Instrument Privatvermögen, wird ein später entstehender Veräußerungsgewinn nicht steuerpflichtig, sofern der Verkauf außerhalb der Spekulationsfrist von zwölf Monaten (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG)) erfolgt. Ein Verlust aus dem Verkauf wirkt sich dann steuerlich allerdings auch nicht aus.

Die Entscheidung, ein teilweise betrieblich genutztes Instrument nicht dem Betriebsvermögen zuzuordnen, besteht nur dann, wenn du das Instrument zu weniger als 50 % betrieblich nutzt. Bei einer 10%igen bis 50%igen betrieblichen Nutzung kann ein Anlagegut ein sogenanntes gewillkürtes Betriebsvermögen sein. Es wird dann zu Betriebsvermögen, wenn du eine Einlagehandlung vornimmst. Dies kann zum Beispiel die Aufnahme des Instruments in die Anlagenkartei sein.

Bei einer über 50%igen betrieblichen Nutzung ist das Instrument zwangsläufig Betriebsvermögen (notwendiges Betriebsvermögen). Hier muss auch besonders darauf hingewiesen werden, dass es durch eine Nutzungsänderung zu einer Zwangseinlage kommen kann. Wird eine wertvolle Geige beispielsweise auf einmal überwiegend im Konzertbetrieb gespielt, dann liegt die betriebliche Nutzung wahrscheinlich über 50 %. Dann ist diese Geige auf jeden Fall mit dem Teilwert im Zeitpunkt der Nutzungsänderung im Betriebsvermögen zu erfassen.

Entnahmen aus dem Betriebsvermögen erfolgen ebenfalls mit dem Teilwert. Wird also eine wertvolle Geige bewusst aus dem Betriebsvermögen entnommen (zum Beispiel durch Löschung aus der Anlagenkartei), dann entsteht in Höhe der Differenz zwischen dem Teilwert (vereinfacht: dem Marktwert) und dem Buchwert ein Gewinn (oder Verlust), der die steuerliche Bemessungsgrundlage erhöht oder vermindert. Entsteht im Wege einer Entnahme ein Gewinn, dann kann das besonders problematisch sein, weil eine Steuerbelastung ausgelöst wird, der gar keine liquiditätsmäßige Einnahme gegenübersteht. Hier also bitte immer aufpassen und gegebenenfalls einen Steuerberater fragen. Auf der anderen Seite kannst du natürlich in diesem Wege über den gegebenenfalls eintretenden Verlust Steuern sparen.

Noch ein Wort zum Anlageverzeichnis

Wirtschaftsgüter, die über 250 € (netto) kosten und mehrere Jahre genutzt werden, müssen in einem Anlageverzeichnis erfasst werden. Es gibt keine allgemeinverbindliche Form eines solchen Verzeichnisses. Die Finanzverwaltung stellt aber im Formularmanagementcenter ein Musterbeispiel bereit. Dieses erscheint mir für Laien ehrlich gesagt etwas schwer verständlich. Einfacher erscheint mir eine Exceltabelle, in der du die folgenden Daten festhalten musst:

  • ursprüngliche Anschaffungskosten (in der Steuersprache: historische Anschaffungskosten),
  • Anschaffungstag,
  • Nutzungsdauer,
  • Abschreibung des Geschäftsjahres,
  • Restbuchwert zum 31. Dezember des Jahres (im Folgejahr fährst du dann mit dem Restbuchwert zum 31. Dezember des Vorjahres als Buchwert zu Beginn des Wirtschaftsjahres fort und ziehst die Abschreibung wieder ab),
  • Vermerk über sogenannte 7g-EStG-Abschreibungen,
  • Vermerk über den Abgang.

Wo eintragen in der Anlage EÜR?

Die Abschreibungen oder – wie sie auch heißen – Absetzungen für Abnutzung werden in den Zeilen 29 bis 45 der Anlage EÜR eingetragen. Versuch da möglichst die richtige Zeile zu erwischen. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden beispielsweise in der Zeile 43 erfasst.

Raumkosten: Tonstudio, Lager, Probenraum, Arbeitszimmer

Jeder Musiker braucht zum Proben, Komponieren und Arbeiten einen Raum. Sofern dieser Raum außerhalb des häuslichen Umfelds angemietet wird, steht die steuerliche Absetzbarkeit außer Frage. Mietest du beispielsweise einen Probenraum in einem von deiner Wohnung getrennten Gebäude an und nutzt du diesen Raum nur zum Üben, kannst du sämtliche Kosten für diesen Raum steuermindernd berücksichtigen.

Ist der Überaum in deine private Wohnung integriert, so ist die tatsächliche Absetzbarkeit näher zu prüfen. Die umfassende Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer betrifft grundsätzlich nur solche Räume, die als sogenannte häusliche Büros anzusehen sind, d. h. Arbeitsräume, die ihrer Lage, Funktion und Ausstattung nach vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dienen und mit Büromöbeln, insbesondere einem Schreibtisch, ausgestattet sind.

Die Finanzverwaltung hat ein häusliches, ausschließlich beruflich genutztes Musikzimmer einer freiberuflich tätigen Konzertpianistin, in dem sie Musikunterricht erteilt, einem häuslichen Arbeitszimmer gleichgestellt (BMF-Schreiben vom 2. März 2011, BStBl I S. 195, Tz. 5). Für ein Musikzimmer oder einen Überaum sind also die gleichen Regeln anzuwenden wie für ein häusliches Arbeitszimmer beziehungsweise Büro.

Wann ist ein häusliches Arbeitszimmer abzugsbeschränkt und wann nicht?

Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer kannst du nur dann in vollem Umfang abziehen, wenn das Zimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

Den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet ein Raum beispielsweise dann, wenn ein hauptberuflich tätiger Musiklehrer nur in diesem Musikzimmer unterrichtet. Für reine Überäume von Konzertsolisten und Orchestermusiker wird die Argumentation hier schwierig, weil natürlich immer auch ein wesentlicher Teil der beruflichen Tätigkeit außerhalb des Übungszimmers ausgeführt wird. Bei unklaren Verhältnissen stellt die Finanzverwaltung darauf ab, wo der qualitative Schwerpunkt der Arbeit erbracht wird. Dies dürfte bei auftretenden Musikern in der Regel auf der Bühne sein.

Sofern du in dem Arbeitszimmer nicht die gesamte betriebliche/berufliche Tätigkeit ausübst, können die Kosten nur bis zur Höhe von 1.250 € abgezogen werden, wenn dir für einen bestimmten Teil deiner beruflichen Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Davon ist beispielsweise bei einem Musikzimmer für nebenberuflich tätige Musiklehrer auszugehen oder bei Übezimmern von Musikern. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, dass du dir von deinem Arbeitgeber bescheinigen lässt, dass dir für eine bestimmte Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Steht dir ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung und du übst deine Tätigkeit nur aus persönlicher Vorliebe im häuslichen Arbeitszimmer aus, so sind die Kosten gar nicht abzugsfähig.

Lagerräume, Werkstätten, Tonstudios

Die Kosten für andere Räumlichkeiten, die nicht diesem Bürocharakter entsprechen, sind auch dann in vollem Umfang steuermindern absetzbar, wenn sie in die Wohnräume des Steuerpflichtigen integriert sind. Höchstrichterlich entschieden sind hier beispielsweise

  • Lagerräume,
  • Werkstätten,
  • Arztpraxen,
  • Tonstudios,
  • der Praxisraum einer Sprachpädagogin und
  • Ausstellungsräume,

die nicht als Arbeitszimmer qualifiziert wurden. Die Kosten dafür waren entsprechend voll abzugsfähig. Auch andere Büros, zum Beispiel von Steuerberatern, die einem weitreichenden Publikumsverkehr geöffnet werden, gelten nicht als häusliches Arbeitszimmer.

Entsprechend empfehle ich dir, sofern bei deinem Musikzimmer die private Mitbenutzung aus bestimmten Gründen so gut wie ausgeschlossen ist, diese Kosten voll anzusetzen und die Vorgehensweise und Gründe für den Ansatz der Kosten in einem besonderen Schreiben zu erläutern. So hat das Finanzamt die Möglichkeit, über die Anerkennung der Kosten zu entscheiden. Sofern das zuständige Finanzamt den Ansatz ablehnt, steht dir immer noch der Klageweg offen.

Welche Kosten kannst du ansetzen?

Zu den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer beziehungsweise Übezimmer gehören insbesondere

  • Miete,
  • Gebäudeabschreibung (2 % der ursprünglichen Anschaffungskosten für das Gebäude, ohne den Grund und Boden; gegebenenfalls müssen die Anschaffungskosten aufgeteilt werden nach dem tatsächlichen Kaufpreis oder einem Schlüssel. Das Finanzamt erkennt hier regelmäßig einen Schlüssel von 80 (Gebäudeanteil) zu 20 (Anteil Grund und Boden) an.),
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung verwendet wurden,
  • Wasser- und Energiekosten,
  • Reinigungskosten,
  • Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherungen,
  • Renovierungskosten,
  • Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers, wie zum Beispiel Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen.

Kosten für Arbeitsmittel (Noten, Notenständer, Computer etc.) zählen nicht zu den Aufwendungen des häuslichen Arbeitszimmers. Du kannst sie in vollem Umfang als Arbeitsmittel abziehen.

Auch Aufwendungen für Luxusgegenstände zählen nicht zu den Kosten des Arbeitszimmers. Sie stellen Kosten der privaten Lebensführung dar, die gemäß § 12 Nr. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) gänzlich vom Abzug ausgeschlossen sind.

Aufteilungsmaßstab der Kosten

Bei der Berechnung der anzusetzenden Kosten für das Arbeitszimmer ermittelst du zunächst die Gesamtkosten für das Haus. Diese teilst du entsprechend dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers in Quadratmetern zu den Quadratmetern des Gesamtwohnraums auf. Den auf das Arbeitszimmer entfallenden Anteil setzt du steuerlich ab. Dazu kommen dann die Einzelkosten des Arbeitszimmers, die diesem direkt zugerechnet werden können. Erhält beispielsweise nur das Arbeitszimmer einen Neuanstrich, so kannst du diese Kosten in vollem Umfang absetzen.

Bei der Berechnung der Flächenverhältnisse wird aktuell die Wohnfläche als Verhältnismaßstab herangezogen. Sonstige Flächen, wie beispielsweise Kellerräume, werden nicht in die Verhältnisrechnung einbezogen. Dies ist in der Regel für den Steuerpflichtigen vorteilhaft. Ein Raum ist dann ein Wohnraum nach Ansicht des Bundesfinanzhofs  (BFH vom 11.11.2014, VIII R 3/12, BStBl II 2015 S. 382), wenn der Raum unmittelbar seiner Funktion nach dem Wohnen und nach seiner Beschaffenheit, Lage und Ausstattung dem Standard eines Wohnraums vergleichbar und zum dauernden Aufenthalt von Menschen tatsächlich geeignet und bestimmt ist.

Zusammengefasst bedeutet dies:

  • Probenräume/ Unterrichtsräume:
    • Extern angemietet: Du kannst alle Kosten ansetzen.
    • Häusliches Umfeld: Es ist ein voller Abzug möglich, wenn eine private Mitbenutzung durch die Einrichtung der Räume praktisch ausgeschlossen ist (zum Beispiel Schallschutzzelle für Probenzwecke im Keller).
  • Lagerräume:
    • Extern angemietet: Du kannst alle Kosten voll ansetzen.
    • Häusliches Umfeld: Es ist ein voller Abzug möglich, wenn das Lager keine private Mitbenutzung zulässt (zum Beispiel ein Raum, der ausschließlich mit betrieblich genutzten Gegenständen oder Akten vollgestellt ist).
  • Klassisches Arbeitszimmer, Übezimmer und Kombizimmer zum Arbeiten und Üben:
    • Extern angemietet, getrennt vom häuslichen Umfeld: Du kannst alle Kosten voll ansetzen.
    • Häusliches Umfeld: Ein voller Abzug kommt nur in Betracht, wenn dieser Raum das Zentrum für die gesamte berufliche und betriebliche Tätigkeit bildet. Sofern dies nicht der Fall ist, du aber keinen anderen Raum hast, in dem du üben oder wie in einem Arbeitszimmer arbeiten kannst, so kannst du die Kosten bis zu einer Höhe von 1.250 € ansetzen. Unbestritten ist dies für Lehrer und Außendienstmitarbeiter der Fall.

Arbeitsecken, Durchgangszimmer und Co.

Der BFH hat in einer Entscheidung des Großen Senats der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kosten derartiger Räumlichkeiten eine Absage erteilt. Zimmer, die zwar büromäßig eingerichtet sind, aber entweder nicht abgeschlossen sind, Durchgangszimmer sind oder in erheblichem Umfang neben der Verrichtung von Büroarbeiten auch anderen Zwecken dienen, etwa als Spiel-, Gäste- oder Bügelzimmer, können insgesamt nicht als häusliche Arbeitszimmer steuermindernd berücksichtigt werden.

Wo in der Anlage EÜR?

Raumkosten (externe Räume oder Räume bei denen eine private Mitbenutzung praktisch ausgeschlossen ist) sind in die Zeilen 46 bis 48 der Anlage EÜR einzutragen. Kosten für Arbeitszimmer werden dagegen in der Zeile 70 angegeben.

Bewirtungskosten

Wenn du Geschäftsfreunde zum Essen einlädst, so kannst du diese Kosten steuerlich absetzen. Nach Auffassung der Finanzverwaltung liegen Bewirtungskosten dann vor, wenn die Darreichung von Speisen und Getränken eindeutig im Vordergrund steht. Auch Nebenleistungen wie Trinkgelder und Garderobengebühren werden unter die Bewirtungskosten gefasst. Geschäftsfreunde sind solche Personen, mit denen du in geschäftlicher Verbindung stehst oder eine geschäftliche Verbindung anstrebst. Auch Bewirtungskosten im Rahmen deiner Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel Einladung eines Journalisten in ein schickes Restaurant) sind geschäftlich veranlasst. Eventuell hat hier der Journalist jedoch ein Problem mit seiner Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit, aber das ist nicht unbedingt dein Problem.

Bewirtung aus geschäftlichen Gründen

Die Bewirtung muss aus geschäftlichen Gründen erfolgen,  ansonsten wird von Kosten der privaten Lebensführung ausgegangen, die den Ansatz der Kosten insgesamt ausschließt. Auch Bewirtungen von Geschäftsfreunden in der Privatwohnung des Steuerpflichtigen gelten in der Regel als privat veranlasst und schließen einen Abzug als Betriebsausgabe regelmäßig aus. „Regelmäßig“ ist ein schönes Wort im Steuerrecht. Da ein Abzug von Bewirtungen in der Privatwohnung nicht kategorisch ausgeschlossen ist, kannst du versuchen, eine Bewirtung im privaten Umfeld trotzdem abzusetzen, wenn du darlegen kannst, dass es dafür ganz bestimmte Gründe gab – zum Beispiel ein vertrauliches Gespräch ohne Mithörer oder die Höhe der zu erwartenden Kosten bei einer Einladung ins Restaurant.

Aufzeichnungspflichten

Damit die Bewirtungskosten tatsächlich auf jeden Fall vom Finanzamt anerkannt werden, sind verschiedene Aufzeichnungspflichten einzuhalten. Grundsätzlich werden nur noch maschinell erstellte und registrierte Rechnungen zugelassen. Handschriftliche Belege sind generell vom Abzug ausgeschlossen. Auf dem Bewirtungsbeleg muss

  • der Name und die Anschrift der Gaststätte,
  • der Tag der Bewirtung,
  • die Art und der Umfang der Leistungen (also die Speisen im Einzelnen)

sowie der Rechnungsbetrag und der zur Anwendung kommende Umsatzsteuersatz ausgewiesen werden.

Für die Anerkennung der Bewirtungsaufwendungen als Betriebsausgaben verlangt die Finanzverwaltung weiterhin Angaben zum Anlass der Bewirtung und den teilnehmenden Personen. Diese können handschriftlich auf dem Bewirtungsbeleg erfasst werden. Sofern die Rechnung den Betrag von 150 € übersteigt, muss auch der Name des Leistungsempfängers, also des Gastgebers der Bewirtung, auf der Rechnung enthalten sein. Diese Angaben sind zeitnah auf den Belegen festzuhalten. Unbekannt ist meist, dass nach Verwaltungsauffassung die Bewirtungskosten zeitnah in einem besonderen Verzeichnis erfasst werden müssen. Dies stellt im Falle einer laufenden Buchführung mit einem Buchhaltungsprogramm das Konto „Bewirtungen“ dar. Solltest du deine Buchhaltung jedoch in Excel-Format erst im Folgejahr erstellen, ist ein laufendes Verzeichnis der Belege zur Sicherung des Betriebsausgabenabzuges ergänzend zu empfehlen.

Bewirtungsbelege von 250 € und mehr

Sofern die Kosten der Bewirtung den Betrag von 250 € übersteigen, müssen auch die übrigen Angaben einer Rechnung auf dem Bewirtungsbeleg enthalten sein:

  • Name und Anschrift des Bewirtenden,
  • Nettobetrag der Leistungen, Umsatzsteuersatz, Umsatzsteuerbetrag und Bruttobetrag der Leistungen sowie
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID des Restaurants.

Es ist nicht ganz einfach, immer eine wirklich korrekte Rechnung vom Restaurant zu erhalten. Insbesondere bei großen Bewirtungen, deren Betrag 250 € übersteigt, ist es schwierig, einen Bewirtungsbeleg mit allen erforderlichen Angaben zu erhalten. Da hilft es nur, hartnäckig zu bleiben.

Wann sind Kosten einer Bewirtung angemessen

Die Kosten der Bewirtung müssen angemessen sein, ansonsten werden sie auf einen angemessenen Teil gekürzt. Was als angemessen gewertet werden kann, wird weder durch das Gesetz noch durch die Verwaltung genau festgelegt. Für die Angemessenheitsprüfung entscheidend ist die Größe des Unternehmens, die Höhe des längerfristigen Umsatzes sowie des Gewinns. Wenn du insgesamt nur 30.000 € an Umsatz machst, sind einzelne Bewirtungskosten in Höhe von 500 € etwas kritisch. Liegt dein Umsatz jedoch bei 300.000 €, rutscht ein Bewirtungsbeleg in Höhe von 500 € eher durch. Letztlich muss die Bewirtung auch dem Anlass angemessen sein. So kann die Rechnung bei besonderen Anlässen dann durchaus auch etwas höher ausfallen. Der Anlass darf jedoch nicht im persönlichen Umfeld liegen, wie beispielsweise Geburtstag, sondern im betrieblichen Umfeld, wie etwa die Ehrung durch einen besonderen Preis.

Wie viel kann ich abziehen?

Ertragsteuerlich werden die Bewirtungskosten nur mit 70 % des Gesamtbetrags zum Abzug zugelassen. Für die Umsatzsteuer wird jedoch die Vorsteuer aus dem Gesamtbetrag der Rechnung gezogen. Dies ist allerdings nur dann interessant, wenn du selbst umsatzsteuerpflichtig und entsprechend zum Vorsteuerabzug berechtigt bist.

Keine Bewirtungskosten sind sogenannte Aufmerksamkeiten, wie beispielsweise Getränke, Kaffee und Gebäck, die im Rahmen von Besprechungen oder Ähnlichem angeboten werden. Diese können auch bei der Einkommensteuer zu 100 % als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Wo eintragen in der Anlage EÜR?

Bewirtungskosten werden in der Zeile 68 der Anlage EÜR eingetragen. Dort gibt es zwei Spalten. Eine für den abziehbaren und eine für den nicht abziehbaren Teil der Bewirtungskosten.

Fortbildungskosten oder Ausbildungskosten?

Fortbildungskosten liegen dann vor, wenn sich ein Steuerpflichtiger im Rahmen seines ausgeübten Berufs zusätzliche Kenntnisse aneignet oder mindestens anzueignen versucht. Ein Geiger zum Beispiel, der sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit zu einem Meisterkurs oder einer fachdidaktischen Fortbildung anmeldet, kann diese Kosten steuermindernd geltend machen. Fortbildungskosten können unbestritten von der steuerlichen Bemessungsgrundlage abgezogen werden, sofern der Musiker bereits eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat, Einkünfte aus einem ausgeübten Beruf erzielt und versucht, sich durch die Fortbildungsmaßnahme höher zu qualifizieren.

Welche Kosten kannst du ansetzen?

Als anzusetzende Kosten kommen insbesondere die folgenden in Betracht:

  • Lehrgangs-, Schul- oder Studiengebühren,
  • Arbeitsmittel, Fachliteratur,
  • Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort,
  • Mehraufwendungen für Verpflegung,
  • Mehraufwendungen für auswärtige Unterbringung,
  • Zinsen für Bildungsdarlehen wie BAföG oder KfW-Studienkredit (nicht jedoch die Tilgungsraten),
  • Hin- und Rückfahrten zu privaten Lerngemeinschaften,
  • Studienreisen,
  • Bewerbungskosten für Pflichtpraktika,
  • häusliche Arbeitszimmer und
  • eventuell ein Computer, sofern du diesen brauchst.

Eigentlich könnte es so schön einfach sein, wenn im Steuerrecht nicht immer alles so kompliziert gemacht würde. Na ja – das liegt eben daran, dass es immer um viel Geld geht. Sowohl für den Staat als auch für den Steuerpflichtigen.

Was ist kompliziert an den Fortbildungskosten? Die Abgrenzung zu den sogenannten Ausbildungskosten! Das beschäftigt die Rechtsprechung nun schon seit Jahrzehnten.

Wo liegen genau die Unterschiede?

Sie liegen nicht im Bereich der anzusetzenden Kosten, sondern in der Qualifizierung der Fortbildungskosten als Betriebsausgabe und der Ausbildungskosten als Sonderausgabe.

Sonderausgaben können nur im Jahr ihrer Bezahlung steuerlich geltend gemacht werden und auch nur bis zu einem Maximalbetrag in Höhe von 6.000 € pro Jahr. Sie wirken sich nur dann steuermindernd aus, wenn der Steuerpflichtige selbst ein zu versteuerndes Einkommen über dem gesetzlichen Grundfreibetrag erzielt. Dies ist gerade bei Personen, die sich in der Ausbildung befinden, sehr häufig nicht der Fall. Bei Sonderausgaben gibt es keinen Vortrag in spätere Jahre. Wirken sich die Ausgaben im Jahr der Bezahlung mangels Einkommen nicht aus, gehen sie insgesamt verloren.

Bei Betriebsausgaben ist dies anders. Sofern die Kosten als Fortbildungskosten für einen Beruf qualifiziert werden, können sie das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahrs mindern, sofern entsprechende Einnahmen vorliegen. Entsteht durch die Fortbildungskosten insgesamt ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte, kann dieser in das vorangegangene Jahr zurückgetragen oder mit dem Ergebnis der folgenden Jahre verrechnet werden und so die Steuer mindern. Dies ist gerade bei Aus- und Fortbildungskosten in den Anfangsjahren einer beruflichen Tätigkeit ein entscheidender Vorteil.

Das verlockt natürlich zu Gestaltungen. Viele Steuerpflichtige sind versucht, eine möglichst kurze erste Ausbildung zu absolvieren, bevor sie dann eine zweite Ausbildung beginnen, die sie steuerlich besser berücksichtigen können. Denke beispielsweise an einen Piloten: Die Ausbildung zum Piloten ist unglaublich teuer. Da macht es natürlich einen gewaltigen Unterschied, ob du diese Kosten in den Jahren nach der Ausbildung voll steuermindernd berücksichtigen kannst, wenn das Pilotengehalt fließt, oder ob diese Aufwendungen steuerlich mehr oder weniger ins Leere laufen.

Wann also liegen Ausbildungskosten vor und wann Fortbildungskosten?

Fortbildungskosten liegen immer dann vor, wenn du bereits eine Ausbildung (Lehre, Studium, Ausbildung) abgeschlossen hast. Hast du zum Beispiel schon eine Lehre als Geigenbauer absolviert und beginnst anschließend noch ein Geigenstudium an der Hochschule für Musik, dann ist die Lehre eine erste Ausbildung; beim Studium handelt es sich grundsätzlich um Fortbildungskosten. Ein Masterstudium nach einem abgeschlossenen Bachelor-Studiengang ist ebenfalls immer eine Fortbildungsmaßnahme.

Die Finanzverwaltung war in jüngster Zeit wieder einmal gehalten, Grenzen zu ziehen. Derzeit muss eine Erstausbildung mindestens zwölf Monate laufen und mit einem Abschluss enden. Des Weiteren muss die zweite Ausbildung mit Einkünften aus dem derzeitigen oder einem künftigen Beruf im Zusammenhang stehen. Wenn du mit der zweiten Ausbildung voraussichtlich weder heute noch in Zukunft deine Einkünfte steigern kannst, dann ist die Aus- beziehungsweise Fortbildung ein Privatvergnügen. Ein steuerlicher Abzug kommt dann nicht in Betracht.

Klarstellung durch das Bundesverfassungsgericht

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat am 19.11.2019 entschieden, dass die Regelungen zur steuerlichen Behandlung von Erstausbildungskosten als Sonderausgaben verfassungskonform ist. Insofern besteht hier also nun Rechtssicherheit. Die maßgeblichen Aktenzeichen dafür sind: 2 BvL 22/14, 2 BvL 27/14, 2 BvL 26/14, 2 BvL 25/14, 2 BvL 24/14, 2 BvL 23/14.

Nach diesen Entscheidungen des BVerfG musst du nun wie folgt vorgehen:

  • Sofern es sich nach deiner Auffassung um eine Erstausbildung handelt, setzt du die Ausgaben dafür als Sonderausgaben in deiner Steuererklärung an. Dies lohnt sich aber nur dann, wenn du in dem Jahr, in dem du die Kosten der Erstausbildung getragen hast auch Einkünfte über dem Grundfreibetrag (ab 2020: 9.408 €, ab 2021: 9.744 €) erzielt hast. Das kann beispielsweise im Jahr des Abschlusses deiner ersten Berufsausbildung sein, wenn du erstmals Geld verdienst.
  • Wenn du als Erstausbildung eine Lehre oder ein duales Studium im Rahmen eines Dienstverhältnisses absolvierst, sind deine Ausbildungskosten, die damit im Zusammenhang stehen Werbungskosten. Du setzt sie also in der Anlage N als Fortbildungskosten ab.
  • Sofern es nach deiner Auffassung Fortbildungskosten sind, da du schon eine Erstausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen hast, setzt du die Ausgaben als Betriebsausgaben im Rahmen deiner selbständigen Tätigkeit (Anlage S) oder als Werbungskosten bei nichtselbständiger Tätigkeit (Anlage N) ab. Folgt das Finanzamt dieser Auffassung nicht, so musst du im Wege eines Einspruchs gegen den Steuerbescheid durchsetzen, dass es sich tatsächlich um Fortbildungskosten handelt.

Feststellung des steuerlichen Verlustes für die Vergangenheit

Interessant ist auch, dass ein steuerlicher Verlust bis zu sieben Jahre in die Vergangenheit festgestellt werden kann, wenn im Jahr der Verlustentstehung keine Einkommensteuer festgesetzt wurde, das heißt, wenn im Jahr der Verlustentstehung kein Einkommensteuerbescheid ergangen ist (BFH AZ IX R 22/14). Wenn du also zum ersten Mal so richtig Geld verdienst und über die hohe zu erwartende Steuerzahlung erschreckst, dann kannst du dir immer noch überlegen, ob du nicht einen Verlust für Studienkosten aus der Vergangenheit feststellen lassen kannst. Sofern du ein Zweitstudium oder eine Zweitausbildung absolviert hast und keine Einnahmen hattest, entstanden unzweifelhaft Fortbildungskosten, das heißt Betriebsausgaben und damit ein entsprechender Verlust, der festgestellt werden kann. Diesen Verlust kannst du dann mit dem Einkünften des ersten Jahres verrechnen, in dem du ein positives Einkommen erzielst.

Wo eintragen in der Steuererklärung?

Fortbildungskosten werden in der Zeile 51 der Anlage EÜR eingetragen. Ausbildungskosten werden in den Zeilen 13 bis 14 der Anlage Sonderausgaben eingetragen.

Abendkleidung für den besonderen Auftritt – 50 % gehen immer

Die Konzertkleidung: ein steuerliches Top-Thema

Im Rahmen meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit für Künstler wurde schon sehr oft die Frage an mich herangetragen: Kann ich die Ausgaben für meine Konzert- oder Bühnenkleidung von der Steuer abziehen?

Bei der Anschaffung von Kleidung handelt es sich der Natur nach stets um Kosten der privaten Lebensführung, die durch das Existenzminimum im Grundfreibetrag abgedeckt sind. Ein steuerlicher Abzug ist dadurch grundsätzlich ausgeschlossen. Die Liste der Urteile, in denen der Bundesfinanzhof (BFH) die Absetzbarkeit von Abendkleidung von Solisten abgelehnt hat, ist lang. Begründet wurde dies immer damit, dass die private Nutzung nicht gänzlich ausgeschlossen ist – also, dass auch Abendroben von Solistinnen bei privaten Anlässen wie Bällen, Empfängen oder ähnlichen Veranstaltungen getragen werden können. Diese Rechtsprechung hat sich in den vergangenen Jahren etwas geändert.

Das Ballkleid und der Frack

Die steuerliche Behandlung von Kleidungsstücken, die bei Konzerten getragen werden, möchte ich hier danach unterscheiden, wie hochklassig die Kleidungsstücke sind. Bei klassischen Abendroben, wie sie Gesangs- oder Instrumentalsolistinnen bei Konzerten häufig tragen, oder dem schwarzen Frack eines Orchestermusikers, aber auch bei besonders auffälligen Bühnenkostümen würde ich den vollen Abzug anstreben. Ziehe die Kosten einfach im Rahmen der Ermittlung deines Einnahmenüberschusses aus künstlerischer Tätigkeit offen als Betriebsausgabe ab. Offen heißt, du benennst die Position als Abendkleidung, zum Beispiel im Rahmen einer individuellen Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) in Papierform. Im ELSTER-Formular gibt es keine gesonderte Position. Hier sind die Abendkleider unter dem Sammelposten Arbeitsmittel zu subsumieren.

Du musst dann in einem zweiten Schritt darlegen, dass dieses hochklassige Kleidungsstück ausschließlich beruflichen Zwecken dient. Wie das gehen kann, ist nicht ganz klar, schließlich kannst du kein Fahrtenbuch für die Abendroben oder Fracks führen. Oder vielleicht eben doch! Du kannst zum einen aufzeichnen, wann du das entsprechende Kleidungsstück tatsächlich getragen hast und du kannst zum anderen nachweisen, dass ein derartiges Kleidungsstück normalerweise nicht zu deinem Lebensstil passt. Skizziere – auf Nachfrage vom Finanzamt – deinen Lebensstil und mache damit deutlich, was du normalerweise trägst. Klarwerden muss dabei, dass Abendroben oder Fracks nicht zu deinem privaten Kleidungsrepertoire gehören. Das sollte klappen.

Gehobene Alltagskleidung

Konzertkleidung, die, sagen wir, im Bereich der gehobenen alltäglichen Kleidung anzusiedeln ist, wie beispielsweise schwarze Hosen, T-Shirts, Blusen oder einfache festliche Kleidung, ist etwas anders zu beurteilen. Wie willst du hier nachweisen, dass du die schwarze Hose nicht auch mal abends auf der Party bei guten Freunden trägst? Schwierig. Hier kommt dir zugute, dass die Finanzbehörden zwischenzeitlich das sogenannte Aufteilungsverbot ziemlich weitgehend aufgegeben haben. Unter dem Aufteilungsverbot ist zu verstehen, dass Aufwendungen, bei denen eine teilweise private Mitveranlassung nicht völlig ausgeschlossen ist, gänzlich vom Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen sind.

50% gehen immer: Das Urteil dazu

Der BFH hat in den vergangenen Jahren in Grundsatzurteilen entschieden, dass – immer dann, wenn keiner der Beteiligten einen anderen Aufteilungsmaßstab substanziell vortragen und nachweisen kann – keine Bedenken bestehen, wenn von einer hälftigen Aufteilung unbestreitbar auch betrieblich/beruflich veranlasster Kosten ausgegangen wird. Kurz gesagt: 50 % gehen immer. Die dazugehörigen BFH-Urteile sind BFH-Urteil vom 16.11.2011 – VI R 19/11 und BFH- Urteil vom 24.2.2011 – VI R 12/10.

Die konkrete Vorgehensweise bei den gehobenen alltäglichen Kleidungsstücken wäre dann: Du setzt die Kosten für diese Kleidungsstücke in deiner EÜR an und erklärst in einem Begleitschreiben an das Finanzamt, dass du diese Kleidungsstücke in den Konzerten XYZ getragen hast. Da eine private Mitbenutzung nicht gänzlich ausgeschlossen wäre, hast du nur 50 % der Kosten angesetzt. Im Anschluss verweist du auf die beiden genannten Urteile.

Reinigungskosten

Interessant kann auch der Ansatz von Reinigungskosten für die Konzertkleidung sein. Ohne Zweifel musst du für deine Auftritte ansprechend gekleidet sein. Dies bedingt häufige Reinigung, Waschen oder Bügeln der Kleidung. Kosten der Reinigung kannst du durch den entsprechenden Kassenbeleg nachweisen. Die Reinigung der Kleidung im Privathaushalt kann dagegen nur pauschal angesetzt werden. Die Kosten musst du als Musiker selbst ermitteln und plausibel machen. Das ist ein bisschen Kleinarbeit, kann sich aber auch aufsummieren.

Geschenke, Aufmerksamkeiten und Schmiergelder

Geschenke sind leider nur sehr begrenzt abzugsfähig

Hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Geschenken ist der Fiskus leider nicht sehr spendabel. Nach dem Einkommensteuergesetz sind nur noch betrieblich veranlasste Geschenke an Kunden und Geschäftsfreunde bis zu einem Wert von 35 € steuerlich als Betriebsausgabe abzugsfähig. Sofern du vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen bist, versteht sich dieser Betrag sogar brutto.

Im Gegenzug muss jedoch der Beschenkte die Geschenke versteuern. Um dies nachzuweisen, muss der Schenker eine Liste führen, wem er die Geschenke zugeführt hat und diese dem Finanzamt vorlegen. Das schmälert die Freude über ein Geschenk natürlich beträchtlich.

Mehr Freiraum bei pauschal besteuerten Geschenken

Diesbezüglich hatte der Fiskus ein Einsehen und erlaubt nun, dass der Schenker die Geschenke einer pauschalen Besteuerung von 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag unterwirft. Der Schenker bescheinigt dem Beschenkten, dass er die Pauschalsteuer abgeführt hat. Damit muss der Beschenkte nichts mehr unternehmen. Diese Pauschalierungsmöglichkeit greift sowohl für Geschenke unter 35 € als auch für solche über 35 €, die der Schenker nicht einmal als Betriebsausgabe abziehen kann.

Ganz unproblematisch sind Streuartikel

Nur bei sogenannten Streuartikeln (im Wert von unter 10 € pro Artikel) sieht das Einkommensteuergesetz keine Besteuerung beim Empfänger vor. Gleichwohl können diese als Betriebsausgabe abgezogen werden. Einzelaufzeichnungen über die Beschenkten sind nicht zu führen. Als Geschenke unproblematisch sind also zum Beispiel die kleinen Geschenke im Anschluss an ein Konzert der Musikschüler, kleine Premierengeschenke an die Orchestermusiker, wenn du freischaffender Dirigent bist oder das eine oder andere Fläschchen Wein an die Geschäftskunden, um diese positiv zu stimmen.

Schmiergelder: ein steuerliches no go

Von Geschenken eindeutig abzugrenzen sind Schmiergelder. Nach § 4 Abs. 5 Nr. 10 Einkommensteuergesetz (EStG) dürfen Aufwendungen für die Gewährung von Vorteilen sowie damit zusammenhängende Aufwendungen (zum Beispiel Reise-, Beratungs-, Telefon-, Transport- und Verteilungskosten) nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn die Zuwendung der Vorteile eine rechtswidrige Handlung darstellt, die den Tatbestand eines Strafgesetzes oder eines Gesetzes verwirklicht, das die Ahndung mit einer Geldbuße zulässt (siehe auch R 4.14 Einkommensteuer-Richtlinien (EStR)). Um dies noch einmal klarzustellen: Schmiergelder sind in Deutschland also steuerlich in keinem Fall berücksichtigungsfähig.

Wo eintragen in der Anlage EÜR?

Geschenke und kleine Zuwendungen unter 10 EUR Einzelwert buche ich unter Aufmerksamkeiten und erfasse sie unter Zeile 66 übrige unbeschränkt abzugsfähige Betriebsausgaben oder unter Werbungskosten. Geschenke die über diesem Wert liegen sind in Zeile 67 einzutragen.

Steuerliche Behandlung von Verwaltungs-, Beratungs- und Werbekosten aller Art

Als Künstler benötigst du allerhand Helfer, die das Geschäft am Laufen halten, auch wenn du die künstlerische Arbeit als solche immer selbst ausführen musst. Als derartige Verwaltungskosten verstehe ich vor allem

  • Provisionen für eine Agentur,
  • Kosten für ein eigenes Management,
  • Kosten für eine Assistenz,
  • Kosten für Werbefachleute, Kommunikationsdesigner,
  • Kosten für berufliche/betriebliche Rechtsberatung und
  • nicht zuletzt: Kosten für die steuerliche Beratung im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit.

Das Vorliegen von Rechnungen ist der Schlüssel zum Abzug

Für diese Kosten werden dir in der Regel Rechnungen vorliegen, die du am besten überweist, um einen ordentlichen Nachweis für die Bezahlung zu haben. Dann ist der Abzug als Betriebsausgabe völlig unproblematisch. Du kannst deine geschäftliche Betätigung so strukturieren, wie du möchtest. Das Finanzamt hat dir keine Vorschriften zu machen, wie du dein Geschäft zu führen hast. Du kannst also einen Assistenten beschäftigen, wenn du deine Noten nicht selbst kopieren möchtest oder deine Reisen nicht selbst organisieren willst. Sofern du nicht gerne Werbung für dich selbst machen willst, sondern lieber eine kompetente, erfahrene Werbeagentur zu diesem Zweck einschaltest, so ist dies zum einen erfolgversprechender, was die Werbung betrifft, und zum anderen auch noch steuerlich abzugsfähig. Die steuerliche Abzugsfähigkeit ist auch dann gegeben, wenn du erst am Anfang deiner Karriere stehst und durch die eventuell hohen Beraterverträge Verluste erzielst.

Problematisch wird die steuerliche Abzugsfähigkeit derartiger Verwaltungshonorare nur dann, wenn du durch zu viele Aufwendungen in der Anfangsphase dauerhaft Verluste erzielst. Dauerhaft heißt, dass diese Phase etwa drei bis fünf Jahre andauert. Dann neigt das Finanzamt dazu, deine künstlerische Tätigkeit als Liebhaberei abzutun. Sollte es so weit kommen, verwehrt das Finanzamt die Abzugsfähigkeit der Verluste und ihre Verrechnung mit anderen Einnahmen.

Zu den klassischen Verwaltungskosten zählen auch:

  • Büromaterial,
  • Telefonkosten,
  • Internetkosten,
  • Websitekosten,
  • Portokosten,
  • Betriebsversicherungen wie beispielsweise Instrumentenversicherungen, Berufshaftpflichtversicherung oder Rechtsschutzversicherung,
  • Geschenke, um Geschäftsfreunde zu hofieren
  • sowie Aufmerksamkeiten, um Geschäftsfreunde im Rahmen von Besprechungen zu bewirten, wie Kaffee, Tee, Mineralwasser, Kekse, Kuchen, Gebäck.

Wichtig ist hier wieder, dass du für all diese Aufwendungen bei Rückfragen durch das Finanzamt eine Rechnung oder einen Beleg vorlegen können musst. Wieder einmal zeigt sich, dass Steuersparen eine Sache ist, mit der man sich das ganze Jahr beschäftigen muss und nicht erst, wenn die Steuererklärung ansteht.

Kosten der Roadshow

Ein großer Punkt können unter dieser Betriebsausgabenrubrik die Kosten der Roadshow sein: Bühnenbild, Bühnenaufbau, Bühnentransport. Hier kannst du einen Dritten beauftragen; dann erhältst du eine Rechnung. Aber auch wenn du als Quartett oder in kleineren Produktionen diese Roadshow oder auch nur den Instrumententransport selbst machst, kannst du die entstandenen Kosten in der Steuererklärung einkommensmindernd angeben. Vergiss nicht die Kleinigkeiten: Stromkabel hier, Autobahngebühr dort. Oft sind es die vielen kleinen Dinge, die am Ende eine große Steuerersparnis bringen, wenn die entsprechenden Belege nur korrekt gesammelt wurden.

Wieviel Steuern kann ich sparen?

Bedenke, dass du ab einem zu versteuernden Einkommen von rund 55.000 € den Grenzsteuersatz von 42 % bezahlst sowie ggf. Kirchensteuer. Am Ende sparst du in diesen Einkommensbereichen für jeden Euro, den du betrieblich ausgegeben hast und nachweist, praktisch 45 % an Steuer. Dazu kommt die Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen für die Künstlersozialkasse.

Wo eintragen in der Anlage EÜR?

Werbekosten sind in der Zeile 60 der Anlage EÜR einzutragen, Verwaltungskosten in der Form von Agenturprovisionen, eines Assistenten oder eines betrieblichen Beraters sind unter Zeile 27 einzutragen. Der steuerliche Berater ist in Zeile 52 einzutragen. Versicherungen kommen in die Zeile 55. Hinsichtlich der Roadshow gibt es verschiedene Zeilen, die in Betracht kommen. Transportkosten kommen in die Zeile 59. Wenn du aber auch Produktionskosten hast, dann würde ich diese in der Zeile 26 eintragen, sofern Materialkosten überwiegen. Wenn Personalkosten überwiegen, dann würde ich die Roadshow in der Zeile 27 ansetzen.