Verpflegungspauschale

Auf Dienstreise: Mehraufwendungen für Verpflegung

Sofern du auf einer Dienstreise bist, kannst du Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen. Dabei gelten folgende Pauschalsätze für Dienstreisen im Inland:

  • Eintägige Dienstreisen mit mehr als 8 Stunden Abwesenheit: 14 € (seit 1.1.2020). Dieser Satz gilt auch, wenn du beispielsweise abends um 17 Uhr vom Wohnort abfährst und um 2 Uhr nachts am nächsten Tag nach Hause kommst, also nicht übernachtet hast.
  • Mehrtägige Dienstreisen:  28 € (seit 1.1.2020)
  • An- und Abreisetag bei einer mehrtägigen Dienstreise ohne Zeitprüfung: 14 € (seit 1.1.2020)

Bei Dienstreisen ins Ausland gelten die Pauschalsätze, die jährlich vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) zu Jahresbeginn in einem Schreiben veröffentlicht werden: Interessant ist hierbei, dass für alle Länder, die nicht auf der Liste aufgeführt sind, die Verpflegungspauschale von Luxemburg gilt.

Am Tag der Anreise kannst du die Pauschale des Landes ansetzen, das du vor 24 Uhr erreicht hast. Bei deiner Abreise vom Ausland ins Inland ist die Pauschale des letzten Tätigkeitsorts maßgebend.

Längere Dienstreisen

Üblicherweise dauern die Dienstreisen nur ein paar Tage. Dann kannst du für jeden Tag einfach die entsprechende Verpflegungspauschale geltend machen. Bei längeren Dienstreisen können Verpflegungspauschalen nur für die ersten drei Monate der Auswärtstätigkeit angesetzt werden. Sofern die Dienstreise für mindestens vier Wochen unterbrochen wird, beginnt eine neue Dreimonatsfrist. Der Grund der Unterbrechung ist unerheblich. Die Dreimonatsfrist greift jedoch nur dann, wenn die Auswärtstätigkeit an mindestens drei Tagen an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte erbracht wird. Das heißt, wenn du nur zwei Tage pro Woche an einem auswärtigen Tätigkeitsort beschäftigt bist, kannst du zeitlich unbegrenzt Verpflegungsmehraufwendungen ansetzen.

Der unbefristete Ansatz der Verpflegungspauschalen gilt auch für eine Konzerttournee, bei der du an ständig wechselnden Orten spielst. Hintergedanke der Regelung ist, dass Verpflegungspauschalen nur gewährt werden, wenn du deine Verpflegungsbeschaffung erst einmal neu organisieren musst.

Kürzung von Verpflegungspauschalen

Sofern du als Arbeitnehmer (Anlage N) Verpflegungspauschalen geltend machst, sind diese um „übliche Essen“ (Preis muss unter 60 € liegen), die der Arbeitgeber bezahlt, zu kürzen. Die Kürzungsbeträge ermitteln sich wie folgt:

Für ein Frühstück: 20 % des Pauschalsatzes für mehrtägige Reisen (5,60 €)

Für ein Mittagessen: 40 % des Pauschalsatzes für mehrtägige Reisen (11,20 €)

Für ein Abendessen: 40 % des Pauschalsatzes für mehrtägige Reisen (11,20 €)

Ein selbständiger Musiker hat keinen Arbeitgeber, der diese Mahlzeiten für ihn bezahlen könnte, wohl aber gelegentlich Auftraggeber. Sofern du bei deinem Auftraggeber, zum Beispiel einem Theater oder Festivalbetrieb, eine volle oder teilweise Verpflegung bekommst, musst du diese Kürzungen ebenfalls wie oben aufgeführt vornehmen. Wenn du selbst einen Kunden zum Abendessen einlädst, ist die Frage der Kürzung natürlich auch interessant. So richtig äußert sich niemand dazu. Allerdings ist es so, dass du bei den Bewirtungskosten nur 70 % in Abzug bringen kannst. Die verbleibenden 30 % decken deine Privatversorgung ab. Mit diesem Argument kann man von einer Kürzung der Pauschale meines Erachtens absehen.

Wichtig ist, dass auf Dienstreisen immer nur die Verpflegungspauschalen als Betriebsausgaben angesetzt werden können.

Tatsächliche Ausgaben sind vollkommen unerheblich. Du musst also keine Belege für Mittagessen oder Abendessen sammeln. Es gelten immer nur die Pauschalen. Trotzdem kann es interessant sein, auch Selbstverpflegungsbelege aufzubewahren, um dem Finanzamt gegenüber darlegen zu können, dass du tatsächlich dort warst, wo du in der Steuererklärung angibst, gewesen zu sein.

Das Frühstück auf der Hotelrechnung

Bei Künstlern tritt häufig der Fall ein, dass sie Übernachtungskosten mit Frühstück bezahlt haben. In diesem Falle kannst du nur die Hotelkosten geltend machen sowie die Verpflegungspauschale, die sich für den Abwesenheitstag ergibt. Die Kosten für das Frühstück sind Privatvergnügen. Das ist sehr bitter, wenn man die Preise, die manche Hotels für ein karges Frühstück verlangen, betrachtet. Was aber tust du, wenn auf der Hotelrechnung nicht das Frühstück, sondern ein Businesspackage ausgewiesen ist? Das Businesspackage umfasst in der Regel Frühstück, WLAN und eventuell weitere Leistungen. In diesem Falle empfehle ich, das Businesspackage mangels Aufteilbarkeit der Kosten voll als Betriebsausgabe anzusetzen und die Verpflegungspauschale um den Frühstücksanteil zu kürzen (5,60 €).

Achtung!

Die Verpflegungskosten bei Auslandstätigkeit sind nur dann interessant, wenn du in einem Land auftrittst, das mit Deutschland im entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommen die Anrechnungsmethode vereinbart hat. Bei Anwendung der Freistellungsmethode kannst du keine Reisekosten geltend machen, die mit den freigestellten Einkünften in direktem Zusammenhang stehen.

Verpflegungspauschalen in der Anlage EÜR

Verpflegungspauschalen erfast du in der Zeile 69 der Anlage EÜR.

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