Auf Dienstreise: Fahrzeug im Betriebsvermögen Versteuerung des privaten Nutzungsvorteils nach der 1%-Methode

Die Versteuerung des privaten Nutzungsanteils nach der 1% Methode ist eine der beiden Methoden, die zur Anwendung kommen können, um den privaten Nutzungsvorteil zu ermitteln und zu versteuern, wenn das Auto im Betriebsvermögen geführt werden muss, da die betriebliche Nutzung über 50 % liegt. In diesem Fall werden zunächst alle Kosten des Kfz in den Aufwand gebucht (vergleiche dazu den Blogartikel: Dienstreise mit dem eigenen Fahrzeug: Das Fahrzeug ist Betriebsvermögen). Im Anschluss daran wird der Privatanteil mit der 1% Methode berechnet und in der Einnahmenüberschussrechnung als Einnahme wieder hinzugerechnet.

Wenn dir die Fahrtenbuchmethode zu umständlich und kompliziert ist, kannst du vereinfachend die 1%-Methode wählen. Allerdings nur, wenn der Anteil der betrieblichen Fahrten (tatsächlich gefahrene Dienstfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und Familienheimfahrten) über 50 % liegt.

Bei der 1% Methode werden

  • die Privatfahrten durch eine steuerliche Hinzurechnung von 1 % des Bruttolistenpreises eines neuen Kfz der entsprechenden Marke abgegolten. Die Hinzurechnung erfolgt pro Monat. Insgesamt werden also pro Jahr 12% hinzugerechnet. Dies ist bei Anschaffung eines gebrauchten Kfz besonders nachteilig, da auch dann der Bruttolistenpreis des Neufahrzeugs angesetzt wird;
  • die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zusätzlich mit 0,03 % des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer pro Monat ermittelt. Alternativ kommt ein Ansatz von 0,002 % des Bruttolistenpreises pro Entfernungskilometer pro Tag in Betracht, sofern diese Berechnung vorteilhafter ist;
  • Familienheimfahrten zusätzlich mit 0,002 % des Bruttolistenpreises pro Fahrt und pro Entfernungskilometer ermittelt.

Das Führen eines Fahrtenbuchs oder sonstige Aufzeichnungen der dienstlichen und privaten Fahrten sind nicht erforderlich.

Fahrten Wohnung Arbeitsstätte

Da du die Fahrten Wohnung/Arbeitsstätte hier versteuern musst, kannst du im Gegenzug die Entfernungspauschalen gem. dem Artikel erste Tätigkeitsstätte auch hier wieder abziehen.

Steuertipps

Tipp: Immer erst mal die Pauschalen prüfen

Prüfe immer, ob es steuerlich für dich am günstigsten ist, das Auto im Privatvermögen zu belassen und die Pauschalen oder die tatsächlichen Kfz-Kosten je betrieblich gefahrenem Kilometer anzusetzen.

Die Einlage ins Betriebsvermögen rechnet sich häufig nur, wenn ein relativ neues Kfz gekauft wurde. Ansonsten ist die Anwendung der 0,30-€-Pauschale im Privatvermögen meist günstiger. Sofern das Kfz im Betriebsvermögen geführt wird, besteht die Gefahr, dass die 1% Methode zum Ansatz kommt, wenn das Fahrtenbuch verworfen wird. Das ist gerade bei gebraucht gekauften Kfz sehr, sehr teuer.

Tipp: Der einfachste Weg

Tipp einer Hilfsmethode, weil die Fahrtkostenermittlung einen zum Wahnsinn treiben kann:

Falls dir das alles zu kompliziert ist, kannst du einfach die betrieblichen Fahrten mit deinem privaten Kfz aufschreiben und gegebenenfalls mit Verträgen, E-Mails und so weiter plausibilisieren. Diese setzt du mit den pauschalen 0,30 € an. Fertig.

Falls du aber die Fahrtkosten optimieren möchtest, dann musst du dich durch alle relevanten Artikel in diesem Blog durchkämpfen.

Der Ansatz der Pauschale gibt dann Probleme, wenn du durch diese Methode sehr hohe Fahrtkosten absetzt, die dem Finanzamt nicht plausibel erscheinen. Dann können die Finanzbehörden die Beschränkung des Abzugs der Fahrtkosten auf die tatsächlich entstandenen Kfz-Kosten verlangen. Schlimmstenfalls kann es das Einlegen des Autos in das Betriebsvermögen verlangen und die Anwendung der 1-Prozent-Regelung zugrunde legen. Das ist dann natürlich schlecht.

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